Positiv denken! Egal, was kommt.

Mrz 29, 2019

Heute wieder alles schief gelaufen? Wecker überhört und verschlafen, in die Arbeit gehetzt, Telefon vergessen, unkonzentriert und fehlerhaft gearbeitet, Überstunden bis nach Ladenschluss  gemacht und dann heimkommen und sehen, dass der Kühlschrank leer ist; der Abend endet mit einem Wutanfall oder Tränenausbruch. Positiv denken? Das soll wohl ein Scherz sein!

Kommt dir bekannt vor? Tage wie dieser rauben Energie und Selbstbewusstsein, bis wir als geschlagene Hunde ins Bett unter die Decken kriechen und wünschten, uns auf ewig darin vergraben zu können. Man fürchtet den Wecker am Morgen, aber noch mehr, ihn wieder zu überhören, und so stellen wir ab heute zwei neben das Bett. Sehr gut – eine neue Zwangsneurose wird gezüchtet.

Wir lernen, negativ zu denken

Tatsächlich sind es diese antrainierten Vorgänge, die uns zu negativ denkenden Menschen machen.

Entweder lernen wir von unseren Eltern, negativ zu denken oder wir haben viele unangenehmene Situationen erlebt, die zur Schlussfolgerung führten, dass die Welt böse und ungerecht und ist.

Das Leben besteht aus angenehmen und weniger angenehmen Momenten. Jedes Tier, jedes Insekt und jedes Lebewesen stößt auf Herausforderungen, die es zu meistern gilt und durch die es sich weiterentwickelt.

Doch was in der Natur selbstverständlich ist, bezeichnet der Mensch als Leiden.

Am liebsten würden wir nur vergnügliche Momente erleben und alles Unangenehme vermeiden.

Wenn im Kino ein Film über solch ein Leben liefe, würde ihn kein Mensch ansehen, weil wir ihn als langweilig empfänden! Es ist ganz selbstverständlich für dich, dass du im Film Aufregung, Spannung und Mitfiebern erleben willst, aber deinen Alltag würdest du am liebsten ohne jegliche Konflikte erleben.

Das Leben ist kontrastreich! Reibung vermeiden zu wollen, würde bedeuten, dass du dich von der Außenwelt zurückziehen müsstest und das würde dich nicht gesünder oder glücklicher machen. Wie jedes Wesen und jede Pflanze auf diesem Planeten sind wir in die Evolution miteingebunden und das bedeutet Weiterentwicklung.

Und Entwicklung wird es nur geben, wenn wir mit Herausforderungen konfrontiert werden und über uns hinauswachsen müssen.

Mentale Stärke ist entscheidend, um die Herausforderungen des Lebens nicht als Probleme, sondern als Schritt zum Wachstum und innerer Reife zu betrachten.

Und dieser Prozess wird um einiges leichter, wenn du etwas lernst: positiv denken! (Dies ist ein externer Link, der zu einem Artikel von Anchu Kögl passend zum Thema führt.)

Wir laufen die meiste Zeit auf Autopilot

Warum positiv denken den meisten Menschen schwer fällt, liegt daran, dass sie die meiste Zeit des Tages auf Autopilot laufen. Das heißt, was sie denken und tun, läuft unbewusst ab. Sie reagieren lediglich auf Reize der Umwelt und werden demzufolge von ihr gesteuert. Sie geben damit die Kontrolle über ihr Wohlbefinden ab!

Um selbst über unser Wohlbefinden zu bestimmen, bedarf es unsere volle Aufmerksamkeit und kein reaktives Verhalten auf die Umwelt.

cockpit

Dass wir nicht darüber nachdenken müssen, wie wir unsere Schnürsenkel binden, Zähneputzen, Autofahren oder Schreiben ist vorteilhaft, daher ist der Autopilot hier sinnvoll.

Wenn allerdings negative Gedankenmuster permanen unbewusst in uns ablaufen, hat das Konsequenzen. Stell dir vor, dich würde den ganzen Tag eine Person begleiten, die dir ununterbrochen Dinge sagt wie: „Du bist nicht gut genug“, „Das kannst du nicht“, „Du bist ein Versager“, „Du bist nicht liebenswert“, „Wieso bist du nicht so schön wie die anderen?“ usw.

Würdest du das ertragen? Würdest du nicht irgendwann sagen: „Lass mich endlich in Ruhe und verschwinde?“. Aber so läuft es in den Köpfen vieler Menschen ab. Sie sagen sich negative Dinge, machen sich selbst klein und verunsichern sich, malen sich Horrorszenarien über die Zukunft aus und sorgen sich. Im Gegensatz zu der nervenden Person neben sich, fällt ihnen dieser innere Kritiker gar nicht mehr auf. Sie haben sich so sehr an das Gebrabbel im Hintergrund gewöhnt, dass sie nicht einmal mehr Notiz davon nehmen.

Siehe auch den Artikel: Ich muss, ich soll – Auszeit für das schlechte Gewissen.

Wenn man sie darauf anspräche, würden sie wahrscheinlich nicht einmal wissen, dass ihr Unterbewusstsein sie andauernd mit alten Gedankenmustern füttert.

Bewusstmachung der Muster

Alte Gedankenmuster? Ganz recht. Der Mensch ist ebenso konditioniert wie dein Hund und wie jedes andere Lebewesen auf dem Planeten.

Fähigkeiten, die der Mensch besitzt, sind die bewusste Wahrnehmung, das Reflektieren und das bewusste Agieren.

Man sieht schon, das Wort „bewusst“ nimmt einen großen Stellenwert ein. Denn, was uns vom Tier unterscheidet, ist unter anderem, dass wir nicht nur instinktiv und reaktiv handeln, sondern unser Handeln bewusst steuern können.

Wie wenige Menschen das allerdings tun, kann man an ihrem Verhalten unschwer erkennen. Immer wieder die gleichen Verhaltensmuster, die gleichen Geschichten, die erzählt werden und dieselben Ausreden, warum wieder einmal etwas nicht geklappt hat.

Hier eine Übung, die ich empfehle: Versuche, an diesem heutigen Tag deine Gedanken zu beobachten. Ertappe dich dabei, wenn du abschweifst, wenn du an Dinge denkst, die du zu erledigen hast, über Situationen grübelst, die gewesen sind oder eintreffen könnten und hole dich in die Gegenwart zurück. Du wirst überrascht sein, wie oft am Tag du nicht im gegenwärtigen Moment bist, sondern in Gedanken schwelgst.

positiv denken

Positiv denken muss gelernt sein

Nun wissen wir, dass unser negatives Denken die meiste Zeit unbewusst in uns abläuft und es der Grund für unser Unwohlsein ist. Was können wir dagegen tun?

Der erste Schritt war das Bewusstmachen dieser negativen Gedanken. Dieser Schritt ist ganz wichtig! Denn nur was wir sehen und verstehen, können wir verändern.

Also, sehen – check. Nun zum Verstehen. Warum haben wir diese negativen Gedanken? Wo kommen sie her?

Sie kommen aus unserem Unterbewusstsein und dort wurden sie im Laufe unseres Lebens platziert. In der Kindheit von den Eltern, in der Jugend aus der Schulzeit und eben all den Erlebnissen, die wir hatten und (falsch) interpretiert haben.

Zweite Übung für heute: Versuche herauszufinden, woher du diese negativen Sätze in deinem Kopf hast. Haben deine Eltern solche Sachen zu dir gesagt? Oder hast du etwas in den Medien aufgeschnappt, was dich sehr beeinflusst hat? Man denke an all die Werbung und die Sendungen, die unser Denken prägen.

Nach dieser Übung verstehen wir, dass die negativen Gedanken in unserem Kopf keine Wahrheiten, sondern bloße Konditionierung sind.

Wir haben sie so oft gehört, dass sie sich eingebrannt haben und deshalb halten wir sie für wahr.

Aha, hier also noch ein ganz wichtiger Punkt und Trick wie wir unser negatives Denken in positives umwandeln können. Positiv denken muss verinnerlicht werden und das gelingt über kontinuierliche Wiederholung! Üben, üben und nochmals üben!

Schon einmal ein Instrument über Nacht gelernt? Oder Muskeln nach einer Trainingseinheit aufgebaut? Nein? Tja, das Prinzip ist bei allem dasselbe: Repetition! „Übung macht den Meister“, „Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen“, „Ohne Fleiß kein Preis“ sind nicht umsonst Redewendungen in unserem Sprachgebrauch.

Und wie lernen wir, positiv zu denken?

 

Positiv denken in jeder Lebenslage

Bestimmt kennst auch du Menschen, die sich selbst in sehr misslichen Lebenslagen, gut zusprechen können. Positiv denken ist, wie gesagt, eine Übungssache und erlernbar.

Statt sich beispielsweise zu sagen: „Warum habe ich das nicht besser gemacht? Ich bin so ein Versager. Immer passieren mir solche Sachen“ könntest du dir erklären „Ich habe getan, was ich konnte. Es war vielleicht dieses Mal nicht ausreichend, aber ich habe etwas gelernt und weiß es fürs nächste Mal besser“.

Sei so verständnisvoll mit dir, wie du es mit deinem besten Freund wärst, den du unterstützen möchtest.

Positiv denken bedeutet nicht, dass du vom Selbstzweifler zum Egomanen wirst, sondern, dass du dir solche Gedanken aussuchst, die dir in diesem Moment ein besseres Gefühl geben. Und das müssen glaubhafte Gedanken für dich sein.

bester freund unterstützung

Wenn du dich für einen Versager hältst, wird es wahrscheinlich wenig bringen, sich zu sagen: Ich bin der/die Beste. Das wirst du nicht so empfinden und wirst dich dann zusätzlich  wie ein Heuchler fühlen, der versucht, sich selbst anzulügen.

Statt sich zu sagen: „Das schaff ich nicht. Das kann ich nicht“ wäre es zum Beispiel hilfreicher, sich zu erklären: „Ich werde es versuchen und falls es nicht auf Anhieb klappt, versuche ich es eben noch einmal, denn: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“

Du erkennst das Prinzip. Lieber mit kleinen Veränderungen anfangen, damit dein Verstand sich langsam umgewöhnen kann und dir nicht mit einer totalen Abwehrhaltung begegnet wie: „Was für ein Unsinn! Das glaubst du ja wohl selbst nicht, was du da sagst“. Sei gefasst auf solche Angriffe, sie sind vollkommen normal.

Sobald man neues Terrain betritt, sträubt sich unser altes Programm und versucht mit seinen Mustern entgegenzuwirken.

Aber gib nicht auf und mach dir keine Sorgen. Weiterhin positiv denken und bald wirst du sehen, wie dein Körper sich nach und nach auf deine neuen Gewohnheiten einstellt.

Dritte Übung für heute: Wann immer du dich dabei ertappst, dir etwas Negatives zu sagen, korrigiere dich und versuche der Situation etwas Positives abzugewinnen. Vorstellungsgespräch schlecht gelaufen? Es ist okay, bestimmt wartet da draußen etwas, das besser zu mir passt auf mich. Jemand hat sich dir gegenüber unmöglich verhalten? Vielleicht hatte die Person einen schlechten Tag, das kommt vor – ich muss das nicht gegen mich beziehen.

Weitere Übung: Stelle dir in Gedanken Situationen oder Dinge vor, die dich jetzt glücklich machen würden. Sei so irreal, wie du sein möchtest. Aber bleib so lange in deiner Vorstellung, bis du positive Gefühle und Emotionen spürst. Damit trainierst du deinen Körper sich gut zu fühlen und mit der Zeit wirst du im Alltag mehr Erlebnisse haben, die dich in diesen Zustand des Sich-gut-fühlens versetzen.

Diese Umstellung wird sich auf dein ganzes Leben auswirken. Positiv denken beeinflusst deine Gesundheit, deine Aktivitäten, dein Umfeld und deinen Beruf. Du entwickelst mehr Selbstvertrauen in allen Lebenslagen und stellst fest, dass du jedes Ziel erreichen kannst, wenn du bewusst bist und dich darauf fokussierst.

Positiv denken hilft dir dabei, denn es stützt dich, wenn Herausforderungen kommen, spricht dir gut zu, wenn du dich kraftlos fühlst, es wärmt dich, wenn keine Decke in der Nähe ist und packt dich in Zuckerwatte ein, wenn dir nach Süßem ist. Du steuerst es und meisterst es, und es wird dir stets so dienen, wie du es wünscht. Autopilot? Nein, danke. Das mach ich lieber selbst. Denn damit kenne ich mich jetzt aus.

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