Das Unterbewusstsein – Wie funktioniert es?

Mai 31, 2019

Das Unterbewusstsein. Irgendwie verbindet man diesen Begriff mit dem Psychologieunterricht, dem Namen Freud und den Wörtern Verdrängung und Triebe. Diese Ansichten sind allerdings ebenso veraltet wie das Schulsystem von damals und haben wenig mit dem Wissen gemein, das heutzutage auch von Medizinern und Neurobiologen populär gemacht wird. Mit dem Unterbewusstsein zu mehr Erfolg und einem glücklicheren Leben – ist das möglich?

Das Unterbewusstsein als Schwamm

Wissenschaftler aller Welt sind sich einig, dass das Unterbewusstsein für etwa 95% unserer täglich ablaufenden Gedanken verantwortlich ist. Und die schätzt man immerhin auf 70 000 pro Tag.

Nun muss man allerdings Folgendes über dieses Unterbewusstsein wissen: Der Großteil des darin befindlichen Inhalts wurde uns in den ersten 6 bis 7 Jahren unseres Lebens zugeführt. In diesen Jahren besitzen wir nämlich noch keine Möglichkeit, die auf uns einprasselnden Informationen bewusst zu filtern, geschweige denn abzuwehren.

Biologisch gesehen hat das den Sinn, dass wir an unseren „Volksstamm“ angepasst werden, in dem wir aufwachsen. Wir lernen die Sprache unserer Sippschaft, ihre Konventionen und Regeln, ihre Tradition und alles, was wir benötigen, um gut mit den Mitgliedern auszukommen. Ja, es geht mal wieder um die Sicherung unseres Überlebens!

Wir besitzen in diesen jungen Jahren nicht die Fähigkeit zu hinterfragen, was man uns vorsetzt, sondern saugen es ungefiltert wie ein Schwamm auf. Je nachdem, in welchem Umfeld wir aufwachsen, kann das einiges an Vor- und Nachteilen mit sich bringen.

Selbstbewusstsein geprägt vom Unterbewusstsein

Wer in dieser Zeit oft zu hören bekommen hat, dass er „schlimm“ und „unartig“ ist, selten Lob bekam und nie so gut wie die älteren Geschwister war, wird später häufiger mit Zweifeln und Unsicherheiten zu kämpfen haben. Auch ein übertriebenes Ego-Bewusstsein, was manch einer als Arroganz bezeichnen würde, kann als Überkompensation eines Minderwertigkeitsgefühls entstanden sein.

Doch bevor wir nun anfangen, Eltern und Verwandte, die uns aufgezogen haben, zu verurteilen, möchten wir uns klar vor Augen halten, dass auch diese jenem Konditionierungsmechanismus ausgesetzt waren, und ebenso wenig für ihre Unwissenheit zu belangen sind wie wir. Schließlich wurde zu jener Zeit das Unterbewusstsein noch mit Freud und den Trieben in Beziehung gebracht, und wer weiß, welches Wissen zukünftig darüber erscheinen wird.

Wir sind dankbar für die heutigen Informationen, die uns zur Verfügung stehen und auf die wir überall und jederzeit Zugriff haben. Und da bereits Mama und Papa gewusst haben, dass „Wissen Macht ist“, werden wir uns die jetzigen Erkenntnisse zunutze machen, um zu verstehen, warum wir so ticken wie wir es tun.

Denn was wir heute wissen, ist, dass das Unterbewusstsein die meisten unserer täglichen Handlungen steuert, und das geschieht – ganz wie der Name sagt – UNBEWUSST.

Wenn wir in unserem Leben an einem Punkt sind, an dem wir nicht sein wollen, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass die alten Programme unseres Unterbewusstseins daran schuld sind. Was also tun?

Wissen gegen Ignoranz

Wem es am nötigen Wissen mangelt, findet sich schnell in einem Zustand von Ignoranz wieder, der wenig Spielraum für Veränderung bereithält. Dabei sind wir nicht dazu verdammt, von diesen alten Programmen zu zehren, die man uns in unserem zarten Alter einverleibt hat.

Gewiss hat jeder die Möglichkeit eine neue Sprache zu lernen, auch wenn er lediglich in einer erzogen wurde. Und auch sonst eignen wir uns im späteren Alter viele Fertigkeiten an, die wir mit fünf Jahren gar nicht hätten erlernen können.

Das zeigt uns, dass wir auch später die Möglichkeit besitzen, Information in unser Unterbewusstsein abzuspeichern. Warum ist das interessant und wichtig zu wissen?

Weil die Programme im Unterbewusstsein dafür verantwortlich sein können, wie erfolgreich wir im späteren Leben werden, ob wir unser volles Potential ausschöpfen und ob wir insgesamt glücklich sind.

Die Person, die alles, was sie anfasst, zu Gold werden lässt. Der Mensch, der scheinbar ein Leben lang vom Pech verfolgt wird. Tatsächlich haben diese Phänomene mit unserem Unterbewusstsein zu tun.

Denn es ist die Macht unserer Gedanken, die uns erfolgreich oder mittelmäßig sein lässt und damit Glück oder Frustration herbei führt.

Erkenne deine Muster

Nun wollen wir natürlich wissen, was in unserem Unterbewusstsein umher schwirrt und uns daran hindert, so erfolgreich zu sein, wie wir uns das wünschen. Wie finden wir das heraus?

Ganz einfach: Lerne aufmerksam zu werden. Wäre dir zum Beispiel aufgefallen, dass du um die 70 000 Gedanken am Tag hast? Und würde man dich fragen, was du die meiste Zeit über denkst, wüsstest du es?

Wenn du dich nicht gut fühlst, könnte es sein, dass du negative Gedanken hast, die im Hintergrund ablaufen und die du nicht bewusst wahrnimmst.

Vielleicht sagen sie dir, dass du wieder einmal versagt hast, dass du hättest besser agieren können, dass dein Partner nicht anruft, weil er dich nicht liebt, dass du die Beförderung bestimmt nicht bekommst und so weiter und so fort. Kein Wunder wenn keine guten Gefühle aufkommen wollen!

Versuche so oft wie möglich am Tag deine Gedanken zu beobachten. Du wirst dich sicherlich beim „Abschweifen“ ertappen und musst dann dein Bewusstsein erst wieder fokussieren. Das ist eine tolle Übung, um mehr Aufmerksamkeit im Alltag zu erhalten. Das wird dir in jedem Lebensbereich zugutekommen, ob das mit dem Partner und Freunden ist oder in deiner Arbeit! Wer aufmerksam ist, handelt besonnener.

Wo genau sind nun all diese negativen Gedanken und wie können wir ihnen Einhalt gebieten?

unterbewusstsein beobachten

Der Körper als Energiespeicher

Ja, unser Körper speichert Energie nicht nur in Form von Fett, wie viele unliebsamerweise bereits wissen. Was er an Nahrungsenergie nicht weiter verwerten kann, wird in Fettzellen abgespeichert.

Unser Körper verwertet jede Art von Energie, auch jene, die in Form von Gedanken und Gefühlen vorhanden ist.

Haben wir zum Beispiel in der Schule oft die schlechte Erfahrungen gemacht, dass wir ausgelacht wurden, während wir vor der Klasse ein Referat halten sollten, werden auch solche Erlebnisse  im Körper abgespeichert.

Diese unangenehme Situation wird vom Körper als Gefahr gewertet, der Sympathikus schaltet sich ein und wir sind im „Fight and Flight“ Modus (gesteigerter Puls, Blut wird in die Muskulatur gepumpt usw.). Nun können wir allerdings weder kämpfen noch fliehen, die Energie kann somit nicht abgeben werden und wird an einer Stelle im Körper gespeichert (Verspannungen im Bauch-, Rücken- oder Brustbereich zum Beispiel).

Natürlich fängt man zusätzlich an, sich eine Geschichte um diese Erlebnisse aufzubauen: Ich kann nicht vor Leuten sprechen. Ich habe eine Redeangst. Jedes Mal, wenn wir in eine ähnliche Situation kommen, die als Trigger fungiert, läuft unser abgespeichertes Programm ab. Damit bestätigen wir unsere Einstellung und formen daraus einen Glaubensgrundsatz: ICH HABE REDEANGST. Punkt. Und wir sind der Überzeugung, dass daran nichts zu rütteln ist.

Übung macht den Meister

Alles, was du glaubst zu sein, hast du dir so lange eingeredet, bis es zu einer Überzeugung für dich geworden ist. Und diese Überzeugungen sind der Grund dafür, dass dein Leben so ist wie es ist.

Wenn du dich als jemand siehst, der kein Talent für Sprachen hat, dann wirst du nicht dazu neigen, es überhaupt zu versuchen. Wenn du glaubst, die Beförderung sowieso nicht zu bekommen, dann wirst du dich nicht anstrengen, sie zu bekommen.

Statt zu sagen: Ich kann es nicht, sollten wir eher sagen: Ich will es nicht.

Das entspricht zumindest der Wahrheit. Und wahr ist auch, dass wir, wenn wir etwas wirklich wollen, es auch schaffen können. Vor allem, wenn wir wissen, wer wir wirklich sind.

Denn wer sich selbst kennt, der wird Wünsche haben, die aus seinem wahren Selbst kommen und nicht von seiner Familie oder seinem Umfeld. Und wenn es deine eigenen, tiefen Sehnsüchte sind, dann hast du sie deshalb, weil sie für dich schaffbar sind und dir Glück und Zufriedenheit bringen sollen. Vertraue deinem wahren Ich.

Reprogrammierung des Unterbewusstseins

Was kann ich tun, wenn ich bereit bin, mein Leben zu ändern und dafür meine alten Glaubensvorstellungen, die mein Unterbewusstsein bevölkern, über Bord werfen will?

Wie immer, wenn man eine Veränderung herbeiführen möchte, gibt es einige Schritte zu beachten, die uns zum Ziel führen:

1. Erkennen und Aufmerksamkeit schulen

Wie oben beschrieben, müssen wir das Problem zuerst ausfindig machen. In unserem Fall sind das die (negativen) Gedanken, die uns zu unseren Handlungen bewegen. Beobachte dich im Laufe des Tages oder nimm dir die Zeit für Meditation, in der gerade zu Beginn sehr viele Gedankengänge aufkommen können. Lass sie zu und verurteile sie nicht. Wir wollen sie bewusst wahrnehmen.

2. Verstehen und loslassen

Woher kommen diese Gedanken? Haben sie noch ihre Richtigkeit?
Vieles haben wir aus unserer Kindheit und Jugendzeit von den Eltern, Mitschülern, Lehrern usw. Wir haben geglaubt, was sie gesagt haben und uns dementsprechend verhalten, um dazuzugehören (der Überlebensinstinkt), doch nun sehen wir, dass das nicht mehr notwendig ist.
Verzeihe ihnen und dir und lass die Vergangenheit los.

3. Visualisierung und Affirmationen

Mit unserem Vorstellungsvermögen können wir unser zukünftiges Ich visualisieren und zwar so lebhaft als möglich! Denn die positiven Emotionen helfen dabei, die neuen Programme schneller im Unterbewusstsein abzuspeichern. Dieses kann nämlich nicht zwischen Realität und Imagination unterscheiden.

Auch positive Affirmationen sollten zu unserer täglichen Gewohnheit werden. Sie unterstützen den Prozess positive Emotionen zu erzeugen und sind deshalb ebenfalls wunderbar zur Reprogrammierung geeignet.

4. Durchhalten
Wenn Zweifel, Angst und Unsicherheit aufkommen, dann weißt du, dass du auf dem richtigen Weg bist, deine alten Programme zu beseitigen. Diese Reaktionen kommen nämlich immer dann auf, wenn der Körper sich bedroht fühlt – in diesem Fall stellen wir seine alten „Überlebensprogramme“ in Frage.
Halte durch und lass dich durch diese Gefühle nicht von deinem Ziel abbringen! Du wirst schließlich mit Freiheit und Glück belohnt werden, wenn du dich aus deinen alten Programmen befreit hast.

Denn frei ist, wer seine Entscheidungen bewusst trifft, wer seiner Intuition vertraut und weder von der Meinung, noch der Liebe der anderen abhängig ist. Das Überleben haben wir schließlich gemeistert, jetzt wollen wir das sorgenfreie Leben und das Glücklichsein erleben. Und zwar ganz bewusst.

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