Negative Gedanken loswerden

Jan 14, 2019

Es gibt Momente, da brechen negative Gedanken wie eine Welle über uns herein und bringen uns an den Rand der Verzweiflung. Wir grübeln über die unsichere Zukunft oder ein schlimmes Ereignis aus der Vergangenheit nach. Aus einem anfänglichen Unwohlsein können Angstzustände bis hin zu Panikattacken oder Depressionen entstehen. Gedanken erzeugen Gefühle, wie wir wissen. Doch wie soll man negative Gedanken loswerden, um negative Gefühle zu vermeiden?

Warnzeichen

Wir haben uns über die Jahre viele Gewohnheiten angeeignet. Eine davon ist, dass wir negative Gedanken gesät und fleißig dedüngt haben, um eine prächtige Depression, ein Burn-out oder sonstige psychische und physische Krankheiten heranzuzüchten. Im Gegensatz zum Blumengarten werden diese nicht mit Stolz präsentiert. Nein, man versteckt sie, und zwar nicht nur vor der Außenwelt, sondern auch vor sich selbst, indem man sie bagatellisiert.

Wenn im Auto ein rotes Kontrolllicht aufscheint, wissen wir, dass etwas nicht in Ordnung ist und wir gehen der Sache auf den Grund, um das Problem zu beheben. Wenn der Körper sich schlecht fühlt, sei es eine Abgeschlagenheit, Schmerzen oder eine Emotion wie Angst, so beheben wir das Problem mit Medikamenten jeder Art, anstatt nach der Ursache zu fahnden.

In den meisten Fällen sind es negative Gedanken, die unbewusst in uns ablaufen, denn wir haben sie so oft in unserem Leben gehört und gesagt, dass das Gehirn sie abgespeichert hat und sie automatisch wiedergibt.

„Ich fühle mich schlecht, habe Angst, bin wütend oder traurig“. Das sind unsere Warnzeichen, die sagen: „Hier stimmt etwas nicht.“ Sofort sollte man der Sache auf den Grund gehen und in sich kehren, um nach der Ursache zu suchen, die uns so fühlen lässt. Dafür haben wir ein Werkzeug, das leider kaum jemand wahrnimmt oder nutzt, obgleich es für jeden von uns zugänglich ist.

negative gedanken

Bewusstmachen der negativen Gedanken

Es ist das bewusste Wahrnehmen all jener Abläufe, die vom negativen Gedanken bis zur negativen Emotion auftreten. Wir alle haben die Möglichkeit einen Schritt zurückzutreten und uns selbst zu beobachten.

Verhaltensmuster, die wir uns im Leben durch persönliche Erlebnisse und Erfahrungen angeeignet haben, laufen zu 90% unbewusst ab!

So, wie du beim Autofahren die meisten Schritte automatisch ausführst, so spult dein Verstand negative Gedanken automatisch ab. Etwa 70 000 Gedanken haben wir laut Wissenschaft pro Tag. Wie viele davon sind dir tatsächlich bewusst?

Um negative Gedanken loszuwerden, musst du sie also erst bewusst in dir wahrnehmen. Lerne dich zu beobachten.

Deine Arbeit wurde kritisiert und sofort fühlst du dich niedergeschlagen und angespannt. Sag nicht, die Person, die dich kritisiert hat, sei schuld an deiner Reaktion. Es gibt selbstbewusste Menschen, die nicht gekränkt gewesen wären, weil es sie nicht kümmert, was andere über sie denken. Also muss deine Kränkung etwas mit deiner Art, die Dinge zu sehen, zu tun haben.

Warum hast du dich schlecht gefühlt? Hast du tief in dir das Gefühl, dass du nicht gut genug bist? Wolltest deshalb besonders herausragend sein und bist umso enttäuschter, wenn du es nicht bist? Hast du Angst davor, abgelehnt zu werden und möchtest aus diesem Grund immer alles perfekt machen, um die Wertschätzung der anderen zu bekommen?

Beobachte dich, ohne dich zu verurteilen.

Dass unsere Gedanken, Gefühle und Emotionen auslösen, ist jedem von uns spätestens dann aufgefallen, wenn man bei der bloßen Erinnerung an etwas Trauriges Tränen in den Augen spürt.

Man befindet sich in einer Trennungsphase und denkt an gewesene Situationen; Erinnerungen kommen hoch, man beginnt damit, sich selbst oder dem Partner die Schuld an dem Leid, das man durchmacht, zu geben. Daraufhin wird man entweder sehr traurig oder wütend, weint oder schreit sich die Seele aus dem Leib.

Negative Gedanken erzeugen negative Gefühle, doch wie kann man sich sein Werkzeug – das Bewusstsein – zunutze machen, um sich zu helfen?

 

„STOPP!“

Als Erstes machst du dir den Mechanismus “negative Gedanken erzeugen negative Gefühle” bewusst (meistens laufen diese Prozesse nämlich unbewusst ab). Lass das negative Gefühl ruhig zu, versuche dich nicht davon abzulenken, sondern beobachte es. Frage dich: „Wo kommt dieses Gefühl her? Habe ich an etwas Negatives gedacht? Wenn ja, was?“.

Man kann es nicht oft genug wiederholen: lerne, aufmerksam zu werden, wenn es um dich und deine Gefühle geht! Nur so kannst du Einfluss darauf nehmen.

Unsere erste Hilfe, damit wir negative Gedanken loswerden: sage „Stopp!“. Unterbrich den Gedankenstrom. Sage es laut, wenn du möchtest, oder denke es dir. Du kannst es auch mit einem roten Stoppschild visualisieren. Aber setze den ersten Schritt. Zeige deinen negativen Gedanken, dass sie nicht erwünscht sind.

Atme danach einige Mal tief ein und aus, damit die Stressreaktion in deinem Körper nachlässt. Wenn möglich, schließe dabei die Augen, lege die Aufmerksamkeit für einen Moment auf deinen Bauch, der sich beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt. Die Atmung ist immer dein Anker, um sich vom Verstand und dem Denken zu distanzieren. Beobachte die Atmung solange, bis du zur Ruhe kommst.

Übe und werde zum Meister

Wir haben die negativen Gedanken zwar kurz zum Schweigen gebracht, aber lange lassen sie sich nicht aufhalten, bevor sie wiederkommen. Das ist in Ordnung, wir sind erst dabei, uns langsam umzuschulen. Von unaufmerksam zu aufmerksam sozusagen.

Die Unterbrechung mit dem Wort Stopp ist ein guter Anfang, doch um die negativen Gedanken auf Dauer loszuwerden, bedarf es etwas mehr. Du musst verstehen, woher sie kommen und dass sie kein unumstößliches Dogma sind.

Stimmt es wirklich, was ich mir da sage? Oder ist das meine Interpretation der Dinge? Bin ich tatsächlich nicht gut genug oder habe ich eine feste Vorstellung davon, wie ich zu sein hätte, um gut genug zu sein? Versuche diese Fragen ehrlich zu beantworten. Ich bin nicht erfolgreich, ich bin unattraktiv, ich bin ein Versager usw. Wie definierst du das? Wonach richtest du den Maßstab? Der könnte doch für jeden anders aussehen, also warum hältst du deinen für unumstößlich?

Das meiste von dem, was du dir den Tag über erzählst, sind Vorstellungen und Grundsätze, die du im Laufe deines Lebens angehäuft hast. Von deiner Familie, deinem Umfeld, deiner Nation usw. Es sind keine absoluten Wahrheiten. Deshalb hat jeder Mensch seine ganz persönliche Betrachtung der Welt und von sich selbst. All das ist veränderbar! Du bist nicht gezwungen, so zu denken!

Das Erstaunliche an dem Prozess des objektiven und genauen Betrachtens unserer Vorstellungen ist der, dass viele der negativen Verhaltensmuster, wenn man sie erkannt und verstanden hat, oft ganz von selbst verschwinden. Natürlich nicht über Nacht! Du hast Jahre gebraucht, um sie dir anzueignen, und es wird bestimmt eine gute Zeit brauchen, sie loszulassen.

Es dauert Jahre, eine neue Sprache oder ein Instrument zu erlernen. Jeder Sportler weiß, dass es dauert, bis man seine Disziplin gemeistert hat. Dein Körper muss sich an neue Reize anpassen, sie verinnerlichen, bis sie schließlich automatisch ablaufen. Unbewusst eben.

Siehe auch den Artikel: Visionen haben und eine neue Zukunft erschaffen

Positive Gedanken säen

Gibt es eine wichtigere Disziplin zu meistern, als jene, glücklich zu sein? Lohnt es sich nicht, Wochen, Monate, Jahre, ja den Rest seines Lebens dafür zu arbeiten?

So wie das Klavierspielen, das Vokabelüben oder das Trainieren im Fitnessstudio viel von einem abverlangt, so ist es nicht immer leicht, sich selbst kennenzulernen.

Denn du öffnest Türen zu Vergangenem, das du in den Tiefen des Unterbewusstseins vergraben hast, du lässt Gefühle zum Vorschein, von denen du nicht wusstest, das sie in dir schlummern.

Vielleicht schlummert ein Neid in dir, den du über die Jahre mit einem Haufen an Güte und Empathie überschüttet hast, um ihn zu verdecken. Und wenn er plötzlich an die Oberfläche kommt, schämst du dich und fühlst dich schuldig. Vielleicht hast du die Angst vor Ablehnung mit einer ordentlichen Portion Selbstbewusstsein überdeckt, die du gehegt und gepflegt hast, bis du selbstgefällig und arrogant geworden bist. Und wenn diese Angst sich das erste Mal deutlich zeigt, dann reagierst du mit Ablehnung, wirst wütend oder traurig, schreist oder weinst.

All das kann im Prozess der Selbsterkenntnis zum Vorschein kommen. Doch je öfter du dich damit auseinandersetzt, je öfter du bewusst all diese Reaktionen zulässt, dich nicht verurteilst und lernst zu akzeptieren, dass all diese Seiten zu dir gehören, desto bedeutender werden die Früchte, die du aus diesem Lernprozess trägst.

 In diesem Prozess lernen wir nicht nur, wie wir negative Gedanken loswerden, sondern auch, wie wir positive Gedanken säen. Und die Früchte, die wir dafür ernten, nennen wir Gelassenheit, Zufriedenheit und Glücklichsein.

Und wie ein schöner Blumengarten erfreut ein glücklicher Mensch nicht nur sich selbst, sondern auch das Herz der anderen.

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