Selbstfindung: Die Suche nach sich selbst. (Teil 1)

Jul 29, 2019

Selbstfindung ist der Schlüssel für viele Tore. Dahinter warten Selbstliebe, Freiheit, Klarheit, Glück und Gelassenheit. Wer zu sich selbst findet, erfährt plötzlich das große Ganze, um im selben Atemzug festzustellen, dass es für den Verstand auf ewig unbegreiflich bleiben wird. Was genau meint es also, zu sich selbst zu finden, und wer ist es, der auf die Suche nach sich geht?

Warum die Suche nach sich selbst?

Leben entsteht und wird geboren, und sogleich beginnt für den Menschen der Prozess der Formgebung. Ein Name, eine Taufe, eine Sprache und jede Menge Traditionen – Vieles, was es zu lernen gibt, schließlich sollen wir uns gut einfügen, um später auf eigenen Beinen zu stehen. Es geht darum, was unsere Eltern und der Rest als „gut“ erachten.

Es gibt aber auch jene Eltern, die den Kindern eine andere Art der Erziehung ermöglichen, damit sie freier aufwachsen: Man müsse kein Zahnrädchen im falsch laufenden Uhrwerk werden.

Keine Erziehungsmethode kann jedoch verhindern, dass man als Mensch irgendwann die Frage stellt: „Was mache ich hier eigentlich? Und alle anderen. Was tun wir? Was ist dieses Leben?“

Wieso schlägt das Herz und warum fließt das Blut; wieso sprießen Samen, blühen Blumen und gedeiht das Leben so vielfältig auf diesem Planeten; wieso scheint alles einer perfekten Ordnung zu folgen und gerät dabei doch unentwegt in Unordnung; alles beginnt und alles endet, doch wo ist der Anfang und wo das Ende?

Wer sind die Sucher?

Wer sich solche oder ähnliche Fragen stellt, sieht sich oftmals vor einem großen Problem: Niemand scheint darauf eine Antwort zu kennen. Schlimmer noch, wird man für seltsam erachtet, sich über so etwas Gedanken zu machen. Man habe zu viel Zeit oder zu viel Geld, denn wer um sein Überleben kämpfen muss, könne sich mit Unsinn wie diesem nicht beschäftigen.

Tatsächlich werden die Fragen nach dem Sinn des Lebens kaum aufkommen, wenn man sich in finanziellen Nöten sieht, und nicht weiß, wie man die nächste Miete oder Mahlzeit bezahlen soll.

Es sind jene, die getan haben, wie ihnen geheißen wurde, die erreicht haben, was man von ihnen erwartete, die oftmals an den Punkt kommen sich zu fragen: Und jetzt?

Andere trifft es schon sehr früh im Leben, das Gefühl der Einsamkeit und des Unverstandenseins und die ewige Frage, warum man hier sei.

Es ist die Unzufriedenheit mit uns oder der Welt, die uns die Fragen des Lebens stellen lässt und den Verzweifelten auf die Suche schickt.

Ramesh Balsekar (“Wo nichts ist, kann nichts fehlen”) soll einst auf die Frage, warum die einen auf die Suche nach sich selbst gehen, während die anderen in Verblendung leben, geantwortet haben, dass sich niemand diesen Drang zu verstehen und zu begreifen ausgesucht habe. Er nannte jene, die das Verlangen die Wahrheit herauszufinden in sich verspüren, „Gottes Lieblinge“. Warum?

suche nach sich selbst

Was verspricht uns Selbstfindung?

Wer keinen Sinn mehr im Außen sieht, weil er das Glück, von dem alle sprachen, weder im Geld, der Liebe oder dem Erfolg gefunden hat, wird anderswo nach Antworten suchen.

Und wer großes Glück hat, dem wird irgendwo zu Ohren kommen, dass das Glück niemals im Außen, sondern nur in sich selbst zu finden ist. Das ist schon mal eine erste Bestätigung, dass man nicht ganz falsch gelegen hat, doch nun stellt sich die Frage, was es denn da drinnen zu finden gäbe.

Selbstfindung wird als der Schlüssel zur Freiheit angesehen.

Freiheit wovon? Freiheit von den eigens auferlegten oder aufoktroyierten Zwängen der Gesellschaft und unseren Vorstellungen. Freiheit von all den Glaubenssätzen, die wir vererbt und antrainiert haben. Freiheit von dem Gefängnis, das wir selbst geschaffen haben.

Der Weg der Selbsterkenntnis führt zu mehr Selbstliebe, mehr Mitgefühl, Verständnis und Klarheit und macht uns zudem zu besseren Mitmenschen. Auch wenn das viele zu Beginn nicht glauben, weil sie meinen, man wäre selbstsüchtig, so viel Zeit mit sich zu verbringen.

Interessant ist, dass jene, die uns als selbstsüchtig bezeichnen, meistens die sind, die sich wünschen würden, dass wir mehr Zeit mit ihnen verbringen.

Wir werden solange als gute Menschen angesehen, solange wir etwas für andere tun, nicht für uns.

Dabei ist den meisten nicht bewusst, was für guten Mitmenschen sie werden, wenn sie zu sich selbst gefunden haben und im Einklang mit sich sind.

Denn wer glücklich, zufrieden und ausgeglichen ist, hat kein Bedürfnis danach besser zu sein als die anderen, steht nicht in Konkurrenz, empfindet weder Neid noch Eifersucht, sondern wünscht sich sogar, dass es anderen ebenso gut geht.

Die Suche nach sich selbst und Liebe

Jeder weiß, wie es ist verliebt zu sein. Und jeder weiß, wie schön uns die Welt in diesem Zustand erscheint: Die Leute sind freundlicher, die Farben satter, die Vögelchen singen die schönsten Melodien und die Wölkchen am Himmel malen fabelhafte Bilder. Hat sich die Welt tatsächlich von einem Tag auf den anderen verändert?

Es ist unsere Wahrnehmung der Welt, die sich geändert hat. Wir sind so glücklich, dass wir dieses Glück auf alles projizieren.

Erinnerst du dich, wie du dir in diesem Zustand dachtest: Wäre es nicht schön, wenn alle so empfänden?

So ist der Mensch nämlich, wenn er glücklich und im Einklang ist. Er wünscht der ganzen Welt diesen Zustand, weil er weiß, dass es zum Wohle aller wäre, wenn der Einzelne zufrieden ist. Jeder hätte etwas davon, da jeder bereit wäre zu teilen und zu helfen.

Auch wenn das für jemanden, der in großer Unzufriedenheit lebt, unwahrscheinlich klingt. Erinnern wir uns, wie es ist, wenn wir uns an einem Tiefpunkt befinden. Da hat man nun wirklich keinen Kopf und Geist, sich auch noch um andere zu kümmern. Man kann also bereits erkennen, wer die „selbstsüchtigeren“ Menschen sind.

Im Prozess der Selbstfindung ist es manchmal ganz ähnlich wie mit dem Verliebtsein. Nur, dass man sich plötzlich in das Leben verliebt. Und auch sich selbst lernt man wieder zu lieben. Und zwar bedingungslos wie eine Mutter ihr Kind, mit all unseren Fehlern und guten Seiten. Denn das Leben ist Polarität.

Das wahrscheinlich größte Geschenk, das uns die Suche nach uns selbst bringt, ist die innere Ruhe und Gelassenheit, die wir dabei finden. „Unbroken peace of mind“, also ungebrochener Friede des Verstands wörtlich übersetzt, hört man von manch spirituellem Lehrer, denn wer durch die Illusion seines Egos schauen kann, wird sich von seinen kleinen Problemchen nicht mehr gefangen halten.

Fasse Mut und Hoffnung und freu dich, auf die Reise in dein innerstes Selbst, wo du alles finden wirst, wonach du immer gesucht hast: Glück, Zufriedenheit, Selbstsicherheit, Klarheit und Ruhe. Klingt gut, oder?

 

Der 2. Teil der Selbstfindungsreihe wird sich mit den Fragen befassen, die wir uns stellen sollten, um unserem wahren Selbst näherzukommen.

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