Mach dir keine Sorgen. Du hast die Wahl!

In Zeiten der Unsicherheit wie wir sie derzeit erleben, werden einige angesichts dieser Aussage die Stirn runzeln und denken »Leichter gesagt als getan.« Warum es dennoch so wichtig ist, den Fokus vom Negativen auf das Positive zu lenken, möchte ich in diesem Artikel näher erläutern.
Wir haben die Wahl
Es gibt sehr vieles im Leben auf das wir keinen Einfluss haben. Nichts kann uns das besser vor Augen führen, als die derzeitige Situation. Menschen, die sich in »sicheren« Berufen gewähnt oder ihre Lebensumstände und Pläne für unantastbar gehalten haben, werden mit der zeitlosen Wahrheit konfrontiert, dass es so etwas wie Sicherheit außerhalb von uns nicht zu finden gibt.
Doch es gibt etwas, auf das wir immer Einfluss haben werden: unser Denken. Niemand kann uns zwingen, etwas zu denken, das wir nicht denken wollen. Zumindest, wenn wir gelernt haben, unser Denken zu kontrollieren. Denn leider sind auch hier viele Menschen sehr »lasch« und lassen sich zu einfach beeinflussen.
Es gibt in jedem Fall zumindest zwei Möglichkeiten, wie man eine Situation sehen kann, nämlich positiv oder negativ. Wir können nicht beides gleichzeitig denken.
Und so stehen wir vor der Wahl: Möchte ich den Umstand als negativ sehen, sprich, mich sorgen und an mir und der Welt zweifeln oder versuche ich, das Positive zu suchen, mir gut zuzusprechen und an mich zu glauben.
Die bewusste Entscheidung
Die Entscheidung, ob wir uns sorgen oder nicht, wird in unserem bewussten Verstand getroffen, was bedeutet, wir selbst können einen der beiden Wege wählen. Wenn wir allerdings seit Jahren dazu neigen, erst das Negative zu sehen, dann wird dieser Mechanismus so schnell einsetzen, dass wir ihn gar nicht mehr bewusst wahrnehmen. Was wir merken, ist, dass wir uns nicht gut, sondern beklommen und unruhig fühlen.
Dass dafür unsere negative Sicht der Dinge verantwortlich ist, ist uns häufig gar nicht bewusst und auch nicht, dass wir diese Sicht ändern können. Wir sind nämlich der festen Überzeugung, dass unsere Wahrnehmung der Welt die einzig richtige ist.

Ich möchte mir Sorgen machen
Warum entscheiden wir uns für den sorgvollen Weg?
♦ Gewohnheit (wir denken immer so)
♦ Unwissenheit (wir halten das für die Wahrheit)
Was passiert, wenn wir uns für Sorgen entscheiden?
Die negative Signalkaskade, die hierbei in Gang gesetzt wird (und zwar innerhalb eines Bruchteils einer Sekunde) startet im bewussten Verstand. Wir nehmen etwas mit unseren Sinnen wahr, beginnen uns Sorgen zu machen und haben Zweifel an uns oder unserer Umwelt.
Diese Gedanken werden, wenn sie oft gedacht werden, an unser Unterbewusstsein weitergegeben, welches mit der Emotion Angst reagiert. Der Körper reagiert mit innerer Unruhe, die, wenn wir sie unterdrücken, sich eines Tages in einer Depression und in weiterer Folge in einer körperlichen Krankheit äußern wird. Diese negative Kaskade endet demzufolge in einer körperlichen Degeneration.
Negatives Denken bedeutet Stress für unseren Körper. Hier ein kurzer Auszug über den physiologischen Prozess aus meinem Buch »Das bist nicht du! Lebe deine wahre Natur und werde glücklich«:
„Stress führt zur Aktivierung der sogenannten Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HHN-Achse). Dabei werden Stresshormone ausgeschüttet und der Körper wird in den sogenannten »Fight or flight« (Kampf oder Flucht) Modus geschalten. Kampf oder Flucht deshalb, weil unsere Vorfahren vor wilden Tieren flüchteten oder gegen sie kämpften.
♦ Unter anderem werden bei Aktivierung der HHN-Achse die Blutgefäße der inneren Organe wie der Verdauungsorgane zusammengepresst, damit mehr Blut in die Muskulatur der Arme und Beine gepumpt wird, die wir zum Laufen oder Kämpfen benötigen. Viele Menschen, die gestresst sind, leiden deshalb unter Verdauungsstörungen.
♦ da das Immunsystem unseres Körpers sehr viel Energie benötigt, und wir es im Kampf gegen den Löwen ebenfalls nicht brauchen, wird dieses unter Stress heruntergefahren. Das erklärt, warum gestresste Menschen häufiger krank werden.
♦ während unseres Kampfes oder unserer Flucht brauchen wir außerdem kaum Intellekt, deshalb werden auch die Gefäße im Vorderhirn kontrahiert und drücken damit das Blut in das Hinterhirn, von dem aus das reflektorische Verhalten kommt. Daher sind wir unter Stress weniger intelligent. Wer kennt es nicht, das unliebsame Blackout während einer Prüfung?“

Ich möchte mir keine Sorgen machen
Möchte man diesem Prozess ein Ende bereiten, müssen wir lernen, unserem Denken gegenüber sehr aufmerksam zu werden. Das heißt, dass wir unsere Gedanken korrigieren, wenn sie sorgvoll und beängstigend sind.
Wann immer du anfängst, dir über einen Umstand Sorgen zu machen, stelle dir die ehrliche Frage: Kann man das auch anders sehen? Natürlich kann man – wir sehen es tagtäglich bei anderen Menschen, die nicht an sich oder der Welt zweifeln.
Folgendes passiert im Körper, wenn wir uns für einen positiven Gedanken statt eines negativen entscheiden: Statt sorgvollem Denken wählen wir verständnisvolle Gedanken aus, sprechen uns gut zu und machen uns Mut. Dabei wird unser Unterbewusstsein statt auf Angst auf Glaube und Sicherheit programmiert, was unser Körper als Wohlbefinden und Ausgeglichenheit spürt. Dieses Wohlgefühl äußert sich übrigens in weiterer Folge in Kreativität, wodurch man eine echte Chance hat, negative Lebensumstände zu verändern!
Wie wäre es, wenn du für einen Tag keine negativen Nachrichten und böse Bemerkungen auf Social Media ansiehst und dich stattdessen mit etwas beschäftigst, das dir ein gutes Gefühl gibt. Wir sind derzeit in unseren Möglichkeiten eingeschränkt, aber wer weiß, ob ein warmes Bad, ein gutes Buch oder ein Gläschen Wein den Geist nicht so frei macht, dass die kreativen Ideen ganz von allein kommen? Du lebst dieses Leben nur einmal: vergiss nicht, dich dabei gut zu fühlen.
Ich freue mich, diesen Artikel im Rahmen der Blogparade „Umgang mit Gefühlen“ von Rosina Geltinger, www.rosinageltinger.de/blogparade, beizusteuern und bedanke mich ganz herzlich bei Rosina für die Anfrage.
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