Kopf frei bekommen. 4 Tipps, die sofort helfen.

Sep 30, 2019

Wenn etwas nicht so läuft, wie wir uns das wünschen, beginnt das Grübeln in unserem Kopf. Hätte ich das besser machen können? Habe ich etwas Dummes gesagt? Wie wird das ausgehen? Ist die Gedankenspirale erst mal in Gang gesetzt, ist es schwer, sie wieder abzustellen. Da sich Gedanken bekanntlich in Gefühlen äußern, dauert es nicht lange, bis wir uns unwohl fühlen, an uns zweifeln und unzufrieden werden. Unruhe, Angst und Depressionen sind Ausdrücke dieser inneren Prozesse, weshalb wir den Kopf frei bekommen sollten, um uns davor zu schützen.

Warum grübeln wir?

Ob es Konflikte am Arbeitsplatz oder in Beziehungen sind: Sie belasten uns und unser Verstand sucht nach Möglichkeiten, sie zu verarbeiten. Leider haben viele von uns ein Programm abgespeichert, das diese Aufgabe schlecht bewältigt.

Denn statt einer konstruktiven Lösung oder aufbauenden Worten, neigen wir dazu, uns zu schämen und zu verurteilen.

♦ Wie konnte ich nur?

♦ Wie konnte er/sie nur?

Diese Denkmuster sind antrainiert, und zwar seit frühester Kindheit. Wer gerügt und gescholten wurde, verwendet unbewusst dieselben Sätze, die er oder sie von den Eltern oder Lehrern gehört hat.

Abgespeichert sind diese Aussagen in unserem Unterbewusstsein als sogenannte Glaubenssätze und Wertvorstellungen. Und da es sich um unser Unterbewusstsein handelt, laufen diese Vorgänge unbewusst in uns ab, das heißt, sie bleiben meist unbemerkt.

Weißt du, was du denkst?

Es ist erstaunlich, dass die meisten Menschen gar nicht Notiz von ihren Gedanken nehmen. Sie glauben, sie wüssten, was sie denken, doch würden sie immerzu laut aussprechen, was in ihnen vorginge, wären sie erstaunt. Und wahrscheinlich schockiert.

Und Gedanken sind es, die unsere Gefühle und unsere Handlungen bestimmen. Daher sollten wir einen genauen Blick auf sie werfen.

Doch was, wenn man erkennt, dass man negative Gedanken in Gang gesetzt hat, aber das Gedankenkarussell nicht zum Stoppen bringen kann?

Tatsächlich ist es wie mit einem Ventilator, den man abschaltet und der eine Zeit nachläuft, bevor er zum Stillstand kommt. Selbst wenn wir die Denkspirale enttarnt haben, hat diese bereits so weit in unser emotionales System einggegriffen, dass wir den Prozess nicht einfach abbrechen können.

Was also tun, wenn wir den Kopf frei bekommen wollen?

1. Tipp: Raus!

Diesen Trick kennen wir spätestens seit Streitgesprächen mit dem Partner. Runterkommen oder in unserem Fall „Kopf frei bekommen“, indem man ins Freie geht.

Dieser Tipp funktioniert allerdings nur dann, wenn man auch wirklich versucht, sich aufs Freie zu konzentrieren. Wer weiterhin im Kopf verweilt, obgleich er rausgegangen ist, wird kaum eine Besserung merken.

Daher raus in den Park oder auf die Straße und den Blick auf das Leben außerhalb unserer Kopfrealität werfen.

kopf frei machen spazieren

Die Natur bietet sich hier insbesondere sehr gut an, weil wir uns des Lebens mit seiner natürlichen Intelligenz bewusst werden. Und diese Erkenntnis lässt unsere Probleme in den Hintergrund rücken.

Warum? Weil alles weiterläuft, und weil es immer schon so war und immer sein wird. Egal ob wir da sind oder nicht, und egal, ob wir Probleme haben oder nicht. In 100 Jahren sind wir alle, die diesen Artikel lesen nicht mehr hier. Ist es wirklich so wichtig, was dich grämt?

Trotz der Umgebung wird das Grübeln wieder anfangen, aber das ist okay. Ärger dich nicht deswegen. Unterbrich es einfach, schau in den Himmel oder begutachte die Blätter des Baums. Beobachte die anderen Menschen oder sammle ein paar Kastanien oder Blumen.

2. Tipp: Stopp!

Immer eine gute Hilfe, wenn man sich im Strom aus negativen Gedanken herumwirbeln sieht: Sag Stopp! Ob innerlich, laut ausgesprochen oder wer visuell ist, sich ein Stoppschild vorstellend, bremst dieser Trick die Gedankengänge.

Für sich allein genommen, reicht diese Methode meist aber nicht aus, um den Kopf frei zu bekommen. Daher empfiehlt es sich sie mit anderen zu kombinieren.

3. Tipp: Es ist okay.

Einmal tief ein und ausatmen und einen Schritt zurücktreten. Was immer es ist, es ist nicht so schlimm, wie es uns in diesem Augenblick erscheint.

Ich habe getan, was ich für richtig erachtet habe. Vielleicht sehe ich das jetzt anders, aber in diesem Moment war das das Einzige, was mir eingefallen ist. Und das ist okay.

Oder, wenn es um das Verhalten einer anderen Person geht: Dieser Mensch hat in diesem Augenblick getan, was er für richtig erachtet hat. Er hat es nicht besser gewusst. Es ist okay.

Wo immer wir uns gerade befinden und wie schwer es uns auch erscheint, diese Zeit wir vorbeigehen. Wie all die schweren Momente, die wir bisher in unserem Leben verlebt haben und die nun vergangen sind.

Das ganze Leben ist ein Lernprozess, der durch Veränderung und Weiterentwicklung gekennzeichnet ist. Was passiert ist, ist okay.

Wer akzeptieren und Frieden schließen kann, unterbricht nicht nur die Gedankenspirale, sondern programmiert sich auch neu.

Was bedeutet das? Es bedeutet, dass das alte Verhaltensmuster „Grübeln“ verändert wird und damit nicht mehr so oft in Gang kommt.

Wir müssen verstehen, dass sich unser Körper nicht nur in Bezug aufs Altern verändert, sondern, dass wir ihn unser ganzes Leben neu programmieren können. Ein Beweis sind ältere Menschen, die in ihrer Pension noch Klavierspielen oder eine neue Sprache erlernen.

Tipp 4: Dankbarkeit

Es ist der wahrscheinlich wichtigste Tipp, wenn man den Kopf frei bekommen möchte. Dankbarkeit praktizieren wirkt Wunder! Warum?

Weil wir nicht gleichzeitig etwas Positives und Negatives denken können. Und Dankbarkeit ist neben Liebe eine der positivsten Emotionen, die dich in einen Zustand von Glückseligkeit bringen kann. Vorausgesetzt, sie ist ehrlich gemeint.

Und hier wird es schwierig. Wer sich in einem Wirbel aus negativen Gedanken sieht, verzweifelt, verärgert und hoffnungslos, dem wird es schwer fallen dankbar zu sein.

Daher empfiehlt es sich, langsam anzufangen und sich hochzuarbeiten. Denn wer bei dem Gefühl von Hoffnung angekommen ist, hat die größte Hürde gemeistert.

Ein praktisches Beispiel

Wir grübeln wegen der Arbeit, woraufhin wir ein Ziehen in der Magengegend spüren. Nachdem wir diesen Artikel (am besten mehrmals) gelesen haben und nun wissen, dass negative Gedanken negative Gefühle auslösen, werden wir hellhörig. Unser Körper sagt uns, dass wir etwas gedacht haben, was ihm nicht guttut.

“Aber wir müssen eine Lösung für dieses Arbeitsproblem finden, wir haben da wirklich einen Fehler gemacht, und was, wenn …” Stopp! Es bringt mich nicht weiter, wenn ich mir Vorwürfe mache. Ich habe das vielleicht falsch gemacht, und vielleicht hätte ich es besser machen können.

Aber ich habe in diesem Moment getan, was ich für richtig erachtet habe. Das ist okay. Ich weiß nun fürs nächste Mal, dass ich es anders machen werde. Ich habe etwas dazugelernt, das ist doch eigentlich nicht so schlecht.

Darum geht es doch im Leben, oder? Dass wir lernen und uns weiterentwickeln. Tiere und sogar Pflanzen passen sich an die Gegebenheiten in der Natur an, und der Mensch passt sich eben an die Gegebenheiten in der Gesellschaft an.

Und wenn man an andere Gesellschaften und Länder denkt, habe ich es vielleicht gar nicht so schlecht getroffen. Und eigentlich ist Arbeit ja auch nicht alles. Ich habe Eltern/Freunde/Parnter/Haustiere, die ich liebe und mit denen ich gerne Zeit verbringe.

Ja, ich bin wirklich dankbar, dass ich diese Person in meinem Leben habe und ich bin dankbar, dass ich in einem Land lebe, in dem ich keine Angst haben muss. Dass ich einen Beruf habe und mein Kühlschrank nie leer ist. Und der Kaffee/Tee heute Morgen war auch ziemlich gut.

Und ich freue mich schon darauf, heute Abend meine Lieblingsserie zu schauen. Vielleicht mit einem guten Glas Wein (Tasse Tee) dazu? Ja, ich werde mir einen guten Wein (Tee) kaufen und den Abend richtig schön ausklingen lassen. Das habe ich mir verdient.

 

Schließlich habe ich heute alles so gemacht, wie man es machen kann, wenn man ich ist. Und das war genau richtig. Außerdem hat das Leben mir zugeflüstert, dass man gar nichts falsch machen kann. Alles ist okay.

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