Unser Selbstbild bestimmt, wie wir leben.

Jul 27, 2019

Der Blick in den Spiegel offenbart das Bild, das die Welt von uns zu sehen bekommt. Doch wie wir in dieser Außenwelt funktionieren, hat mit dem Bild in uns zu tun, dem sogenannten Selbstbild, das wir von uns haben. Es bestimmt unsere Erfolge und Misserfolge, es entscheidet über Selbstwert und den sich daraus ergebenden Resultaten. Wer mit Umständen in seinem Leben nicht zufrieden ist und etwas verändern will, muss bei sich anfangen. Und zwar bei diesem Selbstbild.

Was ist ein Selbstbild?

Der Name lässt schon darauf schließen, dass es das Bild ist, das wir selbst von uns haben. Unsere Freunde und Familie können uns ganz anders wahrnehmen, als wir selbst das tun. Die Außenwelt hält uns vielleicht für selbstbewusst, während wir in unserem Inneren von Selbstzweifeln und Unsicherheiten geplagt werden.

Wir haben über die Jahre gelernt, wie wir das vor anderen verbergen können, und so bemerken selbst gute Freunde oft nicht, wie es um unser Selbstbild steht. 

Meist ist selbst uns nicht bewusst, wie wir uns sehen. Denn auch wir schwindeln uns gerne an.

„Ich bin eine starke Frau“, erklärt man sich, während man mit den Tränen zu kämpfen hat. „Ich bin ein offener Mensch“, sagt man sich, und verurteilt in Gedanken andere für ihre Art zu leben. „Ich bin zufrieden, mit dem, was ich habe“, erklärt man und platzt innerlich vor Neid, wenn man das Auto des Nachbarn sieht.

Hier lässt sich schon etwas erkennen: Unser Selbstbild hat auf unsere Gefühle Auswirkungen.

Warum das wichtig ist, werden wir noch sehen.

Woher kommt unser Selbstbild?

Wir müssen eines verstehen: Wir sind das Produkt aus Genen und unserer Konditionierung. Konditioniert wurden wir durch unsere Umwelt, unser Umfeld, unsere Familie, Freunde usw. Übrigens kann die Umwelt ebenfalls Gene aktivieren, wir sind also nicht Opfer unserer Genetik (Lies hierzu auch: „Epigenetik – Wie unser Glaube Gene und Verhalten steuert“).

Weder unsere Genetik, noch unsere Familie und damit Geburtsort haben wir uns ausgesucht. Unsere Muttersprache, unser Verhalten, unsere Präferenzen – das alles hat sich aufgrund der Gegebenheiten, in denen wir groß geworden sind entwickelt. Solange wir uns dessen nicht bewusst sind, solange werden wir tatsächlich von unserem Umfeld und unserer Umwelt gesteuert.

Erst eine Erweiterung des Bewusstseins und eine Steigerung unserer Achtsamkeit ermöglichen es, diesen Mechanismus zu durchschauen und für uns nutzbar zu machen. Auch hier sei erwähnt: Niemand sucht sich aus, ob das passiert oder nicht. Wenn du auf der Suche nach Selbstverwirklichung und Persönlichkeitsentwicklung bist, weil du mit den gegebenen Umständen nicht zufrieden bist, ist auch das etwas, was du dir nicht ausgesucht hast.

Warum ich das so sehr betone, liegt daran, dass ich ein Bewusstsein dafür entwickeln möchte, dass wir keine Schuld daran tragen, wie wir sind, und wir uns daher weder selbst verurteilen müssen und auch die anderen nicht verurteilen sollten („Denn sie wissen nicht, was sie tun“).

Wo befindet sich dieses Selbstbild?

Unser Selbstbild ist in unserem Unterbewusstsein gespeichert, daher beeinflusst es unbewusst unser Leben. In den meisten Fällen wissen wir nicht einmal, dass es da ist beziehungsweise nehmen es als gegeben hin.

Doch auch, wenn wir dieses Selbstbild nicht bewusst hergestellt haben, so können wir, nachdem wir unser Wissen und Verständnis erweitert haben, einen Einfluss darauf nehmen.

Hierzu muss man allerdings Folgendes wissen: Das Unterbewusstsein arbeitet anders als das Bewusstsein. Detailliert kannst du darüber im Artikel „Unterbewusstsein – wie funktioniert es?“ Nachlesen, doch ich möchte auch hier das Nötigste zusammenfassen.

Unser Bewusstsein ist der intellektuelle Verstand, der unsere Gedanken umfasst. Wir können bewusst entscheiden, was wir denken wollen und was nicht. Beispiel: Denke an einen Strand und das Meer. Hat funktioniert, nicht wahr?

Das heißt, wir besitzen die Fähigkeit, Gedanken anzunehmen oder abzulehnen, wir können entscheiden, was wir in unseren Verstand lassen und was nicht.

Wenn wir etwas oft genug hören, es annehmen, daran glauben und es verinnerlichen, gelangt es in unser Unterbewusstsein. Es ist unser emotionaler Verstand, der nicht entscheidet, welche Informationen hinein dürfen und welche nicht. Und von hier aus, entstehen unsere Handlungen und damit unsere Ergebnisse.

Das bedeutet, unser Selbstbild, welches sich im Unterbewusstsein befindet, bestimmt unser Verhalten und damit unser Leben.

Selbstbild bestimmt Gewohnheiten

Was aber, wenn ich mit meinen Handlungen und Ergebnissen nicht zufrieden bin?

Wir kennen das, wir wollen etwas in unserem Leben verändern, treffen eine Entscheidung, sind motiviert, handeln, doch nach kurzer Zeit fallen wir in alte Muster zurück.

Beispiel Abnehmen: Ich bin mit meinem Gewicht unzufrieden und treffe die Entscheidung abzunehmen. Diese Entscheidung findet in unserem bewussten Verstand statt und dementsprechend handeln wir. Vielleicht nehmen wir auch tatsächlich einige Kilos ab, doch nach kurzer Zeit, meldet sich diese innere Stimme, die wiedermal keine Lust auf Sport hat und lieber den Burger essen würde. Wir geben nach und bald haben wir unser altes Gewicht zurück.

Dass wir zu unseren alten Gewohnheiten zurückkehren, hat mit unserem Selbstbild zu tun, das immer noch jenes einer “übergewichtigen” Person ist. Solange wir dieses Bild nicht ändern, werden wir weiterhin wie eine “übergewichtige” Person handeln.

Wie ändere ich mein Selbstbild?

Stellen wir uns doch folgende Fragen: Wer möchte ich sein? Was möchte ich?

Und nun lassen wir unserer Fantasie freien lauf. Wie wäre es, wenn ich schlank wäre? Wie würde ich aussehen, was würde ich für Kleidung tragen und wie würde ich mich dabei fühlen?

Was wäre, wenn ich meinen Seelenverwandten gefunden hätte oder mehr Geld hätte? Was würde ich tun, wie würde mein Alltag aussehen und vor allem, was würde ich dabei empfinden?

Greifen wir noch einmal folgende wichtige Punkte auf:

♦ Unser Selbstbild ist im Unterbewusstsein gespeichert

♦ Unser Unterbewusstsein ist der emotionale Teil von uns

Um ein neues Bild von uns ins Unterbewusstsein zu bringen, müssen wir dieses mit Emotionen füllen. Und das erreichen wir mit Visualisierung.

Visualisiere dein Selbstbild

Durch Repetition hast du Sprechen gelernt, du hast Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt und so ist auch dein Selbstbild entstanden.

Um das bestehende zu ändern, musst du dein neues Selbstbild so oft als möglich vor deinem geistigen Auge sehen (visualisieren), um deinem Unterbewusstsein „vorzugaukeln“, dass du bereits diese Person bist. Es speichert die Bilder mit den dazugehörigen Emotionen ab und wird dich bald mit Eingebungen und Intuitionen versorgen, die zu deiner neu geschaffenen Person passen.

Vielleicht entwickelst du plötzlich ein Interesse an Ernährung und eignest dir Wissen darüber an, welches Essen gesund ist. Du beginnst Sport zu treiben und fühlst dich immer besser, sodass du nach einigen Wochen gar nicht mehr darauf verzichten möchtest. Ehe du dich versiehst, bist du die schlanke Person, die du sein wolltest, und zwar nicht nur äußerlich.

Du denkst und fühlst nun auch wie ein gesunder und schlanker Mensch. Und das ist der Unterschied!

Wenn du tief in deinem inneren noch die gewohnten Gedankengänge einer übergewichtigen Person hast (z.B. „Sport ist Mord“, „Salat ist was für Hasen“), dann wirst du im ständigen Konflikt mit dem, was du sein möchtest und dem, was du bist, sein. Gesundes Essen und Sport werden dich unglücklich machen. Kein Wunder, dass du in alte Muster verfällst.

Wir sind hier, um zu wachsen. Wir sind hier, um zu entdecken, wer wir tief in unserem Inneren wirklich sind. Wozu wir fähig sind, werden wir erst wissen, wenn wir einen Versuch wagen, es herauszufinden. Doch dazu muss man in sich gehen und seine Fantasie spielen lassen: Wer wäre ich gerne? Was tut mir gut? Das sind die Brotkrumen, denen du folgen solltest, wenn du den Weg zu deinem glücklichen Selbst suchst. Viel Erfolg dabei!

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