Positive Gedanken üben: 3 Methoden

Okt 31, 2019

Es ist uns nicht entgangen, dass unsere Gedanken unsere Gefühlslage beeinflussen. Wer lange an etwas Schlechtes denkt und sich Sorgen macht, fühlt sich müde und angespannt. Umgekehrt können wir uns mit positiven Gedanken aus einem Stimmungstief befreien und fröhlich und energiegeladen werden. Sehen wir uns drei einfache Möglichkeiten an, negative durch positive Gedanken zu ersetzen.

Gedanken erzeugen Gefühle

Es ist keine Neuigkeit, dass Gedanken die Gemütslage beeinflussen, und doch fühlen sich viele Menschen ihrem Denken gegenüber hilflos ausgeliefert. Man sucht sich schließlich nicht aus, was man denkt. Oder etwa doch?

Wahr ist, dass unser Gehirn lediglich das wiedergibt, was es im Laufe unseres Lebens angesammelt hat. Wer sich ständig mit den Katastrophen- und Schreckensmeldungen der Nachrichten, ein paar Thrillern zum Lesen vorm Schlafengehen und dem Tratsch der Nachbarn über Jobverlust und Krankheit berieseln lässt, wird das Leben  eher mit Sorge betrachten.

Was kann man noch Essen, ohne vergiftet zu werden? Putzt man sich mit Gift die Zähne? Wird man morgen womöglich auch gekündigt und dann unter der Brücke landen, so wie der Bekannte eines Bekannten eines unbekannten Nachbarn erzählt hat?

Negative Gedanken können unbewusst ihr Unwesen treiben und uns ängstigen, was unseren Körper in einen Stresszustand versetzt. Und dass Stress krank macht, ist bekannt.

Bewusstheit und Achtsamkeit

Wenn wir lernen, unsere Gedanken bewusst wahrzunehmen und dann bewusst zu ändern, können wir der negativen Gedankenspirale entkommen.

♠ Siehe auch den Artikel: Achtsamkeit und Bewusstheit.

Der erste wichtige Schritt ist zu erkennen, dass man sich in negativen Gedanken verliert. Meist gelingt das erst dann, wenn man sich bereits schlecht fühlt.

Denn wie wir wissen, erzeugen Gedanken Gefühle – daher sollten wir umgehend einen Blick auf unser Denken werfen, wenn wir uns unwohl fühlen.

Die meiste Zeit laufen negative Gedanken unbewusst in uns ab, weshalb unsere Emotionen als Navigationssystem fungieren können, um sie ausfindig zu machen.

Sehen wir uns nun 3 Methoden an, um aus negativen positive Gedanken zu machen.

positive Gedanken

1. Positive Gedanken, die erleichtern

Haben wir uns also dabei ertappt, dass wir Negatives denken, können wir dagegen wirken. Leichter gesagt als getan, wenn man sich erst einmal in der Gedankenspirale befindet. Die zieht nämlich Gleiches an, weshalb sich zu den negativen Gedanken immer schlechtere dazugesellen.

Oft muss man daher, das Gedankenkarussell erst zum Stoppen bringen, bevor man es dann mit positiven Gedanken neu anstößt. Das bewusste Erkennen ist dieses “Anhalten”.

Indem wir sehen, was in uns passiert, wird der Vorgang bereits gebremst. Ansonsten kann man den Prozess noch mit einem „Es reicht!“ oder „Stopp!“ zum Stillstand zwingen.

Nun ist es wichtig, nach glaubhaften positiven Gedanken zu suchen, die uns ein besseres Gefühl vermitteln. Darum geht es schließlich: Wir wollen uns besser fühlen. Wählen wir positive Gedanken, die zu weit weg sind von unserer derzeitigen Emotion (zu unglaubwürdig), werden wir uns nicht gut fühlen.

Bedienen wir uns eines Beispiels, um das zu veranschaulichen.

Mein Arbeitstag war nicht gut. Einiges ist schief gelaufen, was nicht hätte passieren dürfen. Mein Chef und der Kollege haben mir zu spüren gegeben, dass meine Leistung nicht gut war. Zu Hause fühle mich ausgelaugt, angespannt und bin unkonzentriert.

Da ich weiß, dass meine Gefühle von Gedanken herrühren, halte ich inne und gehe in mich. Dabei entdecke ich, dass ich mir Schuldgefühle mache („Das hätte ich besser machen können“) und meinen Selbstwert untergrabe („Ich kann das nicht so gut wie die anderen.“)

In so einem Fall macht es wenig Sinn mit einem „Ach, du bist doch der oder die Beste“ entgegenzuwirken. Das kaufen wir uns in diesem Stadium der Frustration und des verminderten Selbstwerts nicht ab.

Stattdessen können wir mit generellen positiven Aussagen eine Erleichterung unseres Zustands herbeiführen:

♦ „Du hast getan, was du tun konntest. Das war heute vielleicht nicht ausreichend, aber fürs nächste Mal weißt du es besser.“
♦ „Warum erklärt mir das auch keiner richtig? Eigentlich sind sie selbst schuld, wenn sie mir nicht zeigen, wie es geht.“
♦ „Ich muss nicht alles wissen. Ich bin hier um zu lernen.“
♦ „Sportler sind auch nicht jeden Tag in Höchstform. Man darf auch mal einen schlechten Tag haben.“
♦ „Ich finde, ich mache meine Sache ganz gut.“
♦ „Jetzt habe ich wieder was dazu gelernt. Beim nächsten Mal werde ich mein Wissen anwenden und es richtig gut machen.“
♦ „Ich mag, dass ich Neues lerne und mich verbessern kann. Darum geht es doch im Leben. Entwicklung und Wachstum. Das ist schließlich Evolution. Dieser Planet mit all seinen Lebensformen ist schon sehr beeindruckend. Es ist schön, ein Teil davon zu sein.“

Vergiss nicht:

Wie groß deine Probleme auch scheinen mögen, da ist ein unendliches Universum und du befindest dich auf einem kleinen Planeten mitten in dieser Unendlichkeit. In 100 Jahren sind wir alle, die diesen Artikel lesen nicht mehr hier. Willst du in deiner verbleibenden Zeit nicht lieber positive Gedanken und Gefühlen erleben?

♠ Siehe auch: Glück – dafür bin ich allein verantwortlich. 

2. Das mag ich an dir!

Eine weitere tolle Übung, um positive Gedanken anzuziehen, ist die „Das-mag-ich-an dir-Übung“. Schnapp dir einen Stift und ein Papier und schreibe darauf etwas auf, das du wirklich liebst. Das kann eine Person sein, dein Haustier, ein Land oder sonst irgendein Gegenstand. Aber es sollte etwas sein, demgegenüber du nur positive Gedanken und Gefühle hast.

Ist dir etwas oder jemand eingefallen? Sehr gut, dann stelle dir nun folgende Fragen: Was liebe ich so an dir? Was sind deine positiven Aspekte?

Schreib alles auf, was dir einfällt. Erzwinge nichts, sondern lass die Worte spontan und einfach fließen.

Du wirst sehen, dass dir mit jedem positiven Satz oder Wort, weitere einfallen werden. Und je mehr du deinen Fokus auf das Positive richtest, umso weniger kannst du im Negativen verweilen.

Du übst dich in Wertschätzung und Liebe und wer das tut, wird unweigerlich Gutes in sein Leben ziehen!

 

 

3. Alles hat zwei Seiten!

Ganz recht, kein oben ohne unten, kein links ohne rechts, kein kalt ohne warm und kein Tag ohne Nacht. Was bedeutet das? Kein negativ ohne positiv!

Haben wir negative Gedanken, kannst du dir sicher sein, dass es ein positives Pendant dazu gibt.

Nehmen wir an, dir ist heute etwas widerfahren, was du als „schlimm“ oder „unangenehm“ empfindest. Kennst du diese Menschen, die selbst den „schlimmsten“ Momenten etwas Positives abgewinnen können? Hast du sie stets belächelt?

Probier es selbst aus! Du wirst erstaunt sein, wie viel besser es dir geht, wenn du dich nicht in der Negativität des Augenblicks suhlst, und damit immer unangenehmere Gedanken anziehst.

Stattdessen versuchst du, etwas Positives in dem Umstand zu finden. Der Ausspruch „Wer weiß, wofür das gut ist“ hat seine Berechtigung. Erst im Nachhinein erkennt man, dass es oft die „schlimmen“ Momente waren, die etwas Gutes hatten.

♦ Wäre ich nicht verlassen worden, hätte ich meinen jetzigen Partner nicht kennengelernt.

♦ Hätte ich meinen alten Job nicht verloren, hätte ich mich nicht gewagt, meine jetzigen (Traum-)Beruf zu ergreifen.

Das sind offensichtlichere Beispiele, denn manchmal werden wir nie erfahren, wofür es gut war, dass wir den Zug/Flug oder eine Anmeldung verpasst haben, dass wir einen Korb bekommen oder ein Vorstellungsgespräch vergeigt haben.

Doch wir haben die Wahl: Wir können uns grämen, ärgern und jammern, oder wir gestehen uns ein, dass wir nicht wissen, ob es nicht für etwas gut war.

Denn tatsächlich können wir niemals wissen, was dieses Leben mit uns vorhat. Aber wenn wir uns dafür entscheiden, ihm zu vertrauen, werden wir uns automatisch besser fühlen. Bisher hat das Leben es doch gar nicht so schlecht mit uns gemeint. Wer positive Gedanken hegt und fest daran glaubt, dass es auf unserer Seite steht, wird ganz bestimmt nicht enttäuscht werden.

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