Liebeskummer – es tut so weh!

Mrz 14, 2019

Nein, es gibt sie leider noch nicht, die Wunderpille gegen Liebeskummer. Und kein Smoothie oder Tee dieser Welt wird dir Linderung verschaffen. Vielleicht, wenn du wirklich daran glaubst, aber im Falle von Herzschmerz wird der Placeboeffekt wahrscheinlich nur schwer in Erscheinung treten.

Liebeskummer ist eine schwere Last

Wir hätten so gerne das eine Rezept, das eine Medikament, die eine Lösung für unsere Probleme und sie alle sollen am besten über Nacht wirken.

Doch bleiben wir bei der Wahrheit: Liebeskummer ist ein harter Brocken. Ein verdammt harter. Denn wo uns der Schlag des Verlassenwerdens trifft, ist nicht irgendwo an der Oberfläche unseres Körpers, wo wir einen Verband auflegen könnten. Nein, der tonnenschwere Brocken schlägt mitten in die tiefsten Tiefen unserer Seele. Da, wo sich kaum jemand hinverirrt, weil es keine Wegweiser gibt. Dort, wo unterbewusste Ängste hausen, so unwahr und doch furchteinflößend wie das Ungeheuer von Loch Ness.

Vom Unwahren also zurück zur Wahrheit: Ein Voodoozauber und ein heißes Bad werden uns nicht über den Liebeskummer helfen. Vielleicht ein paar Stunden beim Therapeuten und Affirmationen an Kühlschrank und Badezimmerspiegel? Vielleicht. Bis zur nächsten Beziehung. Dann kommen die Monster vom Unterbewusstsein wieder. Die brauchen mehr als ein paar gute Ratschläge und ein paar „Du bist ganz toll!“ Post-its am Klopapierhalter, um ihnen den Garaus zu machen. Über das Loch Ness Monster können sie nur müde lachen.

Was also tun bei Liebeskummer?

Zuerst einmal der Wahrheit ins Gesicht sehen: Liebeskummer ist ein verdammt harter, tonnenschwerer Brocken, der uns anlastet und kein Hokuspokus wird diesen über Nacht beseitigen. Oder in einer Woche. Oder zwei. Abkürzungen? Da gäbe es zum Beispiel die Möglichkeit, sich sofort in eine neue Beziehung zu stürzen (siehe auch: Eine neue Liebe gegen Liebeskummer?) Und dann, wenn die ein Ende nimmt? Tja, mehr Stunden beim Therapeuten – vielleicht kannst du ihm beim Finanzieren seiner neuen Sauna helfen.

Gibt es kein Entkommen vorm Schmerz des Liebeskummers? Oh doch!

Ich würde es allerdings weniger ein Entkommen, als vielmehr ein Auseinandersetzen damit bezeichnen.

Hier ist der Deal: Statt sich nur mit der vergangenen Beziehung auseinanderzusetzen, setzt man sich mit dem eigenen Selbst auseinander. Wir können es auch eine Selbsterforschung bis hin zur Selbsterkenntnis nennen.

Nur im vollkommenen Begreifen und Verstehen unseres Handelns, Tuns und Seins werden wir uns von Schmerzen und Leiden befreien können.

Dabei wagt man sich vor in die unbekannten Gefilde des eigenen Wesens, in die Tiefe unserer Seele und den dort lebenden Ängsten, die für den Schmerz nach einer Trennung oder jeglicher Ablehnung verantwortlich sind. Kein einfacher Weg, das muss man zugeben. Aber die Belohnung dafür ist unschätzbar für jene, die den Wert dieses Schatzes erkennen! Freiheit von Zwängen, Neurosen, Ängsten und Sorgen. Freiheit von Eifersucht und Feindseligkeit. Selbstliebe und Liebe für die Welt.

frei von liebeskummer

Du beseitigst damit nicht nur die Ursache für den Liebeskummer in deiner jetzigen Situation, sondern auch für alle künftigen Beziehungen!

Niemand wird dich mehr so sehr verletzen können. Ich will damit nicht sagen, dass man selbst zum Ungeheuer von Loch Ness wird, das keine Gefühle mehr hat und dem es nichts bedeutet, wenn man verlassen wird.

Man nimmt diese Erfahrungen als natürlich und gegeben hin, und nimmt sie nicht mehr als persönlichen Angriff gegen sich selbst auf.

Dadurch verarbeitet man nicht nur Trennungen leichter; Gefühle wie Eifersucht, Besitzanspruch, Neid und Hass verschwinden aus deinem System und du wirst insgesamt glücklicher und entspannter.

Wie lange dauert das?

Der Prozess der Selbsterkenntnis ist ein niemals endender, denn so wie wir uns im Laufe unseres Lebens ständig ändern und an unsere Umwelt anpassen müssen, so adaptieren wir auch die Werkzeuge, um das Verständnis für unseren Körper und unseren Geist stetig aufrechtzuerhalten. Dass sich neben dem Körper nämlich unser Gemütszustand immerzu wandelt und ändert, können wir einfach beobachten, indem wir das nervöse Verhalten junger Leute betrachten und mit der Ruhe und Entspannung, die im Alter und mit der Weisheit kommen vergleichen.

Wir gehören zur Evolution der Menschheit und des ganzen Lebens auf diesem Planeten. Du bist im Wandel, immerzu!

Und so ist diese Trennung mit dem dazugehörigen Liebeskummer eine weitere Stufe auf deinem Entwicklungsprozess, der dich weiterbringt.

Du hast schon so viele Stufen erklommen und wirst auch diese meistern. Freu dich über diese Entwicklung, sie bringt dich deinem wichtigsten Ziel näher: Dein vollstes Potential als dieser einzigartige Mensch, der du bist, auszuleben und dein wahres Glück zu finden. Und das sei bereits vorweggenommen: Dieses Glück wird dir niemand da draußen geben können außer du dir selbst!

Lies auch den Artikel: Über eine Trennung hinwegkommen. Er soll dir erste Ansätze zeigen, wie du mit dem Trennungsschmerz umgehen kannst, indem du beginnst herauszufinden, woher dieser Schmerz kommt. Denn Wissen ist tatsächlich Macht. Nur mit dem Wissen, wie du funktionierst, kannst du die Prozesse in dir ändern, die dich unglücklich und traurig machen.

Daher dienen auch die folgenden Ratschläge dazu, dir näherzubringen, wie du wirklich tickst. Wieso leidest du? Wie funktioniert dieser Mechanismus des Leidens? Wie kannst du dir helfen, das Leiden zu beenden?

drei weisen affen

Erste-Hilfe-Maßnahmen gegen Liebeskummer

1. Akzeptiere, dass es vorbei ist. Zu Beginn einer Trennung hat man die Hoffnung, dass der andere irgendeinen Schritt unternehmen würde, der alles wieder in die alte Ordnung bringt. Wenn das nicht passiert, schmerzt das noch mehr. Und doch möchte ich anführen, dass man froh sein kann, wenn der Ex-Partner sich tatsächlich nicht mehr meldet – das beschleunigt den Prozess des Akzeptierens und damit der Bewältigung des Liebeskummers erheblich! Also, sei dankbar, wenn der/die Ex dich in Ruhe lässt: Du brauchst jetzt wirklich Zeit für dich und deinen Entwicklungsprozess!

2. Auseinandersetzen, nicht davonlaufen.
Der Verdrängungsmechanismus ist ein häufig genutztes Werkzeug im Kampf gegen Schmerz und Leid. Leider kann dieses Werkzeug großen Schaden hervorrufen, denn wer sich nicht mit seinen Gefühlen und Emotionen auseinandersetzt, speichert sie irgendwo im Unterbewusstsein oder im Körper ab, und das zeigt sich dann in Form von Angstzuständen, Anspannung, Depression und körperlichen Missständen.

Deshalb lohnt es, deine Gedanken und die daraus resultierenden Gefühle und Emotionen zuzulassen und nicht zu versuchen, vor ihnen davon zu laufen.

Lass Tränen und Wutausbrüche (bitte nicht gegen andere) zu. Man kann sie als Katharsis deines Körpers ansehen, der versucht, den Schmerz aus deinem System zu bekommen. Und diese negativen Energien sollten auch tatsächlich raus aus deinem System.

3. Du stehst jetzt im Mittelpunkt.
Nicht dein Ex-Partner und auch nicht eure Beziehung oder eure Trennung. Du musst keine Erklärungen für das Beziehungsaus oder sein/ihr Verhalten finden. Vergiss das für einen Moment einfach – damit können wir uns zu einem späteren Zeitpunkt befassen.

Jetzt gibt es einmal nur dich. Du bist hier und nur dich wollen wir ergründen. Denn die Antworten und Wege in dein Glück können wir nun einmal nur in dir finden.

Also stellen wir auch Fragen, die nur mit dir zu tun haben:
Wie fühle ich mich gerade? Bin ich angespannt? Zum Beispiel im Schulter- oder Bauchbereich? Bin ich ängstlich, traurig oder wütend? Woher weiß ich das? Wie äußert sich das?

Was denke ich gerade? Sind es die Gedanken, die mich ängstlich, traurig oder wütend machen?

Was hältst du davon, diese Dinge aufzuschreiben? Du wirst staunen, was da so alles in dir vorgeht. Lerne dich kennen. Versuche, so gut als möglich unbeteiligt dabei zu bleiben (siehe nächster Punkt).

4. Keine Vorwürfe, keine Rechtfertigungen
Das ist ganz wichtig, wenn du wirklich lernen möchtest, zu verstehen, wie du tickst. Beobachte dich, als wärst du eine andere Person oder ein Alien, der sich die inneren und äußeren Prozesse von dir ansieht, weil er etwas lernen möchte.

Wenn du Bilder von vergangenen Streitereien vor deinem geistigen Auge siehst, steigere dich nicht wieder hinein.

Rechtfertige dich innerlich nicht oder mach dir und dem anderen keine Vorwürfe.

Du musst dich nicht vor dir selbst rechtfertigen! Studiere dein Verhalten, und zwar vollkommen ehrlich. Das ist zu Beginn nicht leicht, aber es ist möglich und wird mit der Zeit einfacher.

5. Hinterfrage alles!

Du beobachtest alle möglichen negativen Gedanken in deinem Kopf. Du siehst, dass du dich ungerecht behandelt gefühlt hast. Du siehst, dass du Angst davor hast, allein zu bleiben usw.

Frage dich: Stimmt es, was ich mir da ständig in meinem Kopf sage? Stimmt es wirklich, dass ich für immer alleine bleiben werde? Stimmt es, dass ich nicht gut genug oder nicht liebenswert bin? Stimmt es wirklich, dass mein Leben keinen Sinn mehr ohne diesen Menschen hat?

Wer gleich mit „Ja“ antwortet, der ist nicht mehr in der Beobachterrolle, sondern ist wieder in das gekränkte „Ich“ geschlüpft. Bleib der Außenstehende. Was würdest du deiner besten Freundin oder deinem besten Freund, die Liebeskummer haben, auf solche Fragen antworten? Würdest du ihnen sagen: „Ja, stimmt, du wirst für den Rest deines Lebens allein bleiben.“ Wahrscheinlich nicht, denn du weißt, dass da draußen noch jede Menge anderer Menschen sind, die genau diese Person lieben würden.

Komm raus aus der Rolle der armen, verlassenen Person und schlüpf in die Rolle eines Außenstehenden, der die Situation objektiv betrachtet.

beobachten

6. Sind das wirklich meine Vorstellungen?
Stelle alles in Frage, was du dir seit Tagen, Wochen, Monaten und Jahren einredest. Und zwar wirklich alles!

Wo habe ich diese Vorstellungen eigentlich her? Wie komme ich auf all das, was ich mir ständig predige? Moment mal, waren es nicht meine Eltern/ Lehrer/ Schulkinder usw., die mir das Gefühl gegeben haben, ich sei nicht gut genug? War es das Fernsehen oder die Medien, die mir vorgegaukelt haben, dass ich nur in einer Beziehung glücklich sein werde?

Erstelle eine Liste deiner häufigsten Gedankengänge und versuche herauszufinden, woher du sie hast. Du wirst überrascht sein, wie viele deiner Eingebungen, Ideen und Vorstellungen dir von deiner Umwelt mitgegeben wurden. Es wird Zeit, sich selbst eine Meinung zu bilden. Und zwar eine, die dir guttut!

7. Aussortieren
Also weg mit all den Gedanken, die dir schlecht tun. Ganz recht, wir misten dein Bewusstsein und dein Unterbewusstsein von unnützem Ballast aus. Zu viel hast du mit dir herumschleppen müssen, das dich träge und ängstlich gemacht hat.

Wann immer du einen negativen Gedanken in dir wahrnimmst, der sich in einem negativen Gefühl äußert, fragst du dich: Brauche ich das noch? Es tut mir nicht gut, also werde ich mir diesen Satz nicht mehr sagen.

Versuche sofort, wenn du dich schlecht fühlst, herauszufinden, was dieses Gefühl in dir ausgelöst hat (meistens sind es negative Gedanken). Mach sie ausfindig und gehe wie oben beschrieben vor.

Das wird anfangs nicht so leicht sein, aber du wirst sehen, je öfter du diesen Prozess wiederholst, desto einfacher wird es.

8. In der Stille finden wir die meisten Antworten
Neben der Erkundung deines Selbst über die Befragung und das Untersuchen der eigenen Vorgänge, gibt es noch einen zweiten sehr wichtigen Schritt, den man unbedingt üben sollte.

Lerne, in dich zu gehen. Und zwar in Stille.

Wie macht man das?
Ich empfehle zu Beginn, wenn man noch gar nicht mit dieser Technik vertraut ist, eine geführte Meditation (guided meditation) zum Beispiel auf Youtube zu verwenden, um leichter in den Zustand der Entspannung und des No-Mind geführt zu werden. Man lernt, den Körper und Geist zu entspannen und in diesem Zustand kann es zum Freiwerden von Energien kommen, die uns belasten. Wie ein Heilungsprozess, der in Gang gesetzt wird, beginnen wir ruhiger zu werden und schöpfen Kraft für den Tag.

Wer mit Meditation vertraut ist, kann diese selbstverständlich in Stille ausführen, doch für jemanden, der mit sehr viel negativen Gedanken zu kämpfen hat, ist die geführte Meditation ein wesentlich besserer Anfang, da man ansonsten recht schnell ungeduldig und aufgebracht wird. Auch das sollte man beobachten und verstehen lernen.

Liebeskummer ist eine wirkliche Chance, sich mit dem Prozess der Selbsterkenntnis, Selbstfindung und Selbstliebe auseinanderzusetzen.

Bedanken wir uns also noch einmal bei allen, die uns nicht wollten und die unserem kleinen Herzchen einen Stich versetzt haben. Brechen kann es uns niemand, denn dort sprudelt ein Quell der Liebe, der unerschöpflich ist und es gegen alles feit, was es grämen will. Und diese Liebe trägt es in die Welt, und wo es weilt, da blüht und sprießt es, und wer es berührt, wird vom Strom der Freude ergriffen und auf dem Fluss der Liebe durchs Leben getragen zu einem ungewissen Ziel, aber wissentlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Mögen Brocken oder Ungeheuer diesen kreuzen – wir sind gewappnet!

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