Innere Unruhe. Viele Ursachen – Eine Lösung.

Innere Unruhe. Viele Ursachen – Eine Lösung.

in jeder von uns kennt den tagtäglichen Kampf mit sich selbst. Unruhe, Rastlosigkeit, schwache Nerven und Ungeduld deuten daraufhin, dass wir im Ungleichgewicht mit uns sind. Überall lauern Situationen und Menschen, die unsere innere Ruhe auf die Probe stellen und Gefühle in uns wecken, die wir voll Mühe und Sorgfalt in den Tiefen unseres Seins vergraben haben. Aus den Augen aus dem Sinn haben wir gehofft und wurden eines Besseren belehrt. Dabei gibt es eine Lösung, um die innere Unruhe zu bezwingen.

Innere Unruhe hat viele Gesichter

Einsamkeit, Angst, Scham, geringes Selbstwertgefühl – wir haben viele Namen, um diese innere Unruhe zu beschreiben, die uns in schwachen Momenten überkommt. Abends, wenn wir alleine im Bett liegen. Am Arbeitsplatz, wenn unsere Leistung nicht ausreichend war. Im Park, wenn wir die händchenhaltenden Pärchen sehen.

Ein Stechen im Herzen, eine Leere in der Brust und dieses unangenehme Ziehen im Bauch sind Anzeichen dafür, dass die Störenfriede unserer Zufriedenheit sich aus den Tiefen unserer Seele melden. Dort, wo wir sie wohlverpackt und verstaut glaubten, treiben sie – wenn auf den passenden Trigger getroffen – so schnell an die Oberfläche, dass es uns schmerzt.

Herzklopfen, Röte, Zittern oder Schwitzen – die Symptome sind so vielfältig wie die Ursachen, die sie auslösen, und vergeblich wartet man auf das Aufklaffen des Erdbodens, der uns verschlingen möge. Wer nicht auf Mutter Natur zur Rettung warten möchte, hat zwei Möglichkeiten, sich mit dem Problem auseinanderzusetzen.

Wie wir innerer Unruhe begegnen

Hätten wir uns auf einen Dorn gesetzt, der jetzt in einer Pobacke stecken würde, hätten wir die Möglichkeit, ihn entweder zu beseitigen oder aber wir würden uns einfach nicht mehr hinsetzen, um dem Schmerz zu entgehen, den das Sitzen verursachen würde. Wir müssten alle Plätze meiden, wo man zu sitzen hat, könnten uns nicht mehr mit Freunden im Restaurant treffen und selbst beim Schlafen müssten wir unsere Position an den Dorn im Hintern anpassen.

Absurd, denkst du gerade? Traurigerweise ist dies die Art, wie wir mit unseren inneren Unruhen umgehen.

Wir setzen uns nicht mit den ungeliebten Emotionen auseinander, sondern richten unser Leben danach aus, sie zu vermeiden.

Nehmen wir doch als Beispiel das Gefühl der Einsamkeit, das vielen von uns nicht unbekannt ist. Wir empfinden es, wenn wir andere glückliche Paare sehen oder wir alleine zu Hause sind und nichts mit uns anzufangen wissen. Vielleicht äußert es sich in einer Melancholie, einer Trauer, einem Ziehen in der Magengegend und einer Rastlosigkeit.

Sofort fragen wir uns: Was kann ich gegen dieses Gefühl tun? Und in dieser Frage liegt bereits der erste Fehler.

Der Versuch innere Unruhe zu vermeiden

Unser antrainiertes Verhalten ist es, den unangenehmen Gefühlen, die wir nicht erleben wollen, aus dem Weg zu gehen. So meiden wir Treffen mit unseren Freunden, die als Paar auftreten oder suchen Schutz bei Menschen, die uns ablenken. Man datet dann doch lieber diese Person, die man eigentlich nicht toll findet, damit man sich nicht einsam fühlt.

Und falls es einem schließlich gelungen ist, jemanden zu finden, der das Gefühl der Einsamkeit vertreibt, versucht man alles, damit man diese Person nicht verliert. „Bin ich attraktiv genug?“, „Habe ich etwas falsch gemacht?“, „War das dumm, was ich gesagt habe?“ – plötzlich hat man so viel mehr, worüber man nachdenken muss. Und alles nur, um dem Gefühl der Einsamkeit nicht noch einmal zu begegnen.

Wir türmen auf die innere Unruhe, die wir vermeiden wollen, zusätzliche Probleme; bürden uns mehr und mehr Lasten auf und begeben uns auf einen Weg, der immer weiter weg von der Lösung des Problems führt.

Die Lösung des Problems

Um der inneren Unruhe Einhalt zu gebieten, müssen wir unseren Blick nach innen wenden, statt außerhalb nach Lösungen zu suchen.

Sehr oft entgehen uns die Störungen in uns, weil wir damit beschäftigt sind, sie zu vermeiden, indem wir entweder den Situationen, die sie auslösen aus dem Weg gehen oder sie durch Ablenkungen unterdrücken. Die Energie, die mit der negativen Emotion einhergeht, kann nicht freigesetzt werden und wird in unserem Körper und Unterbewusstsein abgespeichert, was wir an veränderten Körperhaltungen, Verspannungen oder Depressionen erkennen.

Weil die Gedanken und Handlungen, die mit dem Unterbewusstsein verbunden sind, zu 95% unbewusst ablaufen, scheinen wir keine Kontrolle über diese Reaktionen zu haben, und fühlen uns ihnen hilflos ausgeliefert. Dem ist aber nicht so.

Wenn wir uns die Mühe und Zeit geben, uns von allen Seiten kennen- und verstehen zu lernen, dann haben wir die Möglichkeit, Veränderungen herbeizuführen. Hierfür ist es wichtig, sich aufmerksam beobachten zu lernen (wie das funktioniert, erfährst du im Blog Achtsamkeit und Bewusstsein – Der erste Schritt).

innere unruhe loslassen

Lass zu und lass los

Wer eine neue Sportart oder ein Instrument lernen will, weiß, dass aller Anfang schwer ist. Daher ist es ganz wichtig, ein Ziel vor Augen zu haben, das man erreichen will. Im Beispiel innere Unruhe wäre es: Ich will mich nicht mehr unwohl und rastlos fühlen. Ich will mich nicht mehr verstecken müssen, ich will mich frei fühlen und mit anderen in Kontakt treten, ohne dabei verkrampft zu sein.

Ist die Entscheidung erst getroffen, ist ebenso wie beim Sport und dem Instrument lernen Mut, Engagement, Wille und Geduld gefragt. Diese brauchen wir, um uns auf Neues einzulassen, Rückschläge zu ertragen und durchzuhalten, wenn es schwer wird und nicht aufzugeben! Mit unserem Ziel stets vor Augen machen wir weiter. Wie sieht das konkret aus?

Geraten wir in Situationen oder an Menschen, die uns triggern, so versuchen wir, nicht gleich davonzulaufen. Wir lernen, das Gefühl zuzulassen und es zu beobachten. Das mag zu Beginn sehr schwierig sein, zumal unser erster Impuls wäre, davonzulaufen. Lass die negativen Gefühle und die damit einhergehenden Gedanken wie “Ich will das nicht” oder “Das ist mir peinlich” einfach zu und beobachte, wie sie nach einiger Zeit verschwinden.

Du kannst selbst bezeugen, dass jedes Gefühl irgendwann vorbei geht. Je öfter du den Vorgang des Zulassens und Beobachtens erlaubst, desto mehr wird die innere Unruhe in den Hintergrund treten.

Wichtig ist, Folgendes zu erkennen: Ich kann die Emotion beobachten, daher kann ich nicht diese Emotion sein. Warum ist dieser Satz so wichtig?

Der Beobachter ist nicht das Beobachtete

Wir sind es gewohnt, uns in unsere Gefühle und Gedanken hineinzusteigern, uns mit ihnen zu identifizieren und uns dann zu sagen: So bin ich. Das bin ich. Ich bin einsam.

Aber das stimmt nicht. Du bist der Beobachter der Unruhe (Rastlosigkeit, Einsamkeit usw.) Du bist nicht die Unruhe. Stelle dir die Frage: Wer beobachtet die Unruhe, statt dich vollkommen darin zu verlieren. Je öfter du das praktizierst, desto mehr wirst du dich von deinen inneren Unruhen trennen können, und sie werden dich nicht mehr mit solcher Wucht treffen.

Du lernst sie zu beobachten, wenn sie aufkommen und wenn sie wieder verschwinden. Das ist nicht immer einfach und manchmal mit Angst und Schmerz verbunden, aber das war schließlich der Grund, warum du versucht hast, sie zu unterdrücken. Lass sie zu und sei der Zeuge dieser Emotionen. Sie werden vorbei ziehen und mit ihnen die negativen Energien.

Die Frage „Wer sieht das?“ zieht dich aus der Emotion und zentriert dich in den Teil von dir, der unberührt von dem Geschehen bleibt. Der Bereich in dir, der urteilsfrei am Leben teilnimmt und den Augenblick in seiner Ganzheit genießen kann.

Das ist der Bereich, von dem aus du die Welt entdecken und erleben möchtest. Hier gibt es keine Konflikte und keine Ängste. Hier bist du ganz. Mit dir und mit dem Leben. Der Beobachter und das Beobachtete sind eins geworden. Das nennen wir Liebe.

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Ich möchte geliebt werden – Sehnsucht nach Liebe

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Tief verwurzelt in unserem Sein ist der Wunsch geliebt zu werden. Die Liebe als der Urgrund allen Lebens findet Ausdruck in so vielen Formen und gibt Anlass für die verschiedensten Wege, die wir gehen, um sie zu erobern. Woher kommt dieses starke Verlangen geliebt zu werden und was, wenn die Liebe uns in Angst vor Verlust drängt?

Geliebt werden fürs Überleben

Liebe sichert das Überleben und damit ist nicht nur die Weitergabe unserer DNA und damit das Sichern unserer Art gemeint.

Ein Blick auf unserer Kindheit zeigt uns nämlich, dass der Wunsch nach Liebe und geliebt zu werden, daher rührt, dass wir ohne unsere Eltern nicht überleben können. Wie wären wir an Nahrung, Kleidung und ein Dach über dem Kopf gekommen? Früh lernen wir, die Liebe unserer Eltern zu gewinnen, um unser Überleben zu sichern.

Dieser Mechanismus wird weiter in unser späteres Leben mitgenommen, wenn wir unser Überleben von der Gesellschaft, in der wir leben, abhängig machen. Wir wollen unseren Platz finden und versuchen es den anderen recht zu machen, damit wir ihr Wohlwollen erhalten, was uns selbst ein gutes Gefühl gibt und ein bequemes Leben sichert (siehe auch: „Mir ist nicht egal, was andere von mir denken“).

Eltern und geliebt werden

Neben den oben beschriebenen Mechanismen werden wir uns im Laufe unseres Lebens viele weitere Konditionierungen aneignen – passend zu den Erfahrungen und Erlebnissen, die wir hatten.

Die unterschiedlichsten Familienkonstellationen können ein Grund dafür sein, dass wir danach trachten, bedingungslos geliebt zu werden. Auffällig ist, wie die Beziehung zu unserem gegengeschlechtlichen Elternteil Einfluss auf unsere Partnerschaften nehmen kann.

Die Mutter, die aufgrund ihrer Unzufriedenheit mit dem Partner, ihren Sohn in eine Rolle drängt, in der er der Mann werden soll, den sie für perfekt hält. Man wird in die Schranken gewiesen, es wird genörgelt und Mama ist nur dann zufriedenzustellen, wenn wir so handeln, wie sie sich das vorstellt.

Als Tochter auf der anderen Seite stößt man bei der Beziehung zum Vater oft auf einen Mann, der aufgrund seiner Arbeit und seiner Hobbys wenig bis kaum Zeit hat, und dessen Aufmerksamkeit nur schwer zu erhaschen ist. Von unserer Mutter sind wir in den ersten Lebensjahren die ungeteilte Aufmerksamkeit gewohnt, doch unser Vater scheint immerzu mit anderem beschäftigt zu sein.

eltern geliebt werden

Andere Konditionierungen

Die Eltern haben zu Beginn den größten Einfluss, da wir hauptsächlich mit ihnen Zeit verbringen, doch später kommen natürlich noch sehr viele andere Faktoren hinzu, die unser Denken beeinflussen und für die spätere Programmierung in uns verantwortlich sind.

Lehrer, Mitschüler und vor allem die Medien tragen einen sehr großen Teil dazu bei, wie wir unsere Einstellungen formen.

Unser Umfeld steckt uns in Schubladen, klebt Etiketten auf uns und ein jeder scheint zu wissen, wie man tickt und wer man ist.

Da reichen ein paar Hänseleien und Schelte und in unserem Inneren kommen Zweifel und Unsicherheiten auf. Werden wir zusätzlich auch von unseren Eltern gerügt und nicht ernst genommen, fühlen wir uns schnell unverstanden und alleingelassen. (siehe auch: “Einsamkeit – wieso sie da ist und was man tun kann” und “Einsam trotz Beziehung“)

Nicht zu vergessen sind all die Filme, Serien und Social Media Plattformen, die uns tagein tagaus mit Informationen darüber füttern, wie essentiell es ist, den Seelenverwandten oder die große Liebe zu finden, zu heiraten und bis zu unserem Tode mit einem Menschen zusammen zu bleiben.

Konzepte, Konzepte und noch mehr Konzepte, die von allen Seiten auf uns einprasseln und uns weismachen wollen, was Glück ist und wie man es findet. Die Liebe zu einem anderen Menschen soll es uns bringen. Reichtum und Macht. Und natürlich Jugend und Schönheit.

Geliebt werden in Partnerschaften

Was wir über die Jahre an Glaubensvorstellungen angesammelt haben, bringen wir schließlich in unsere Beziehungen mit.

Wie äußert sich das?

Nehmen wir an, wir wurden in unserer Kindheit und Jugend oft als nicht gut genug bezeichnet und haben schließlich selbst das Bild von uns, dass wir nicht gut genug sind (nicht schön genug, nicht erfolgreich genug, nicht talentiert genug usw.).

Irgendwann in diesem Leben wird ein Mensch aufkreuzen, der das nicht so sieht. Diese Person findet alles an uns großartig und verliebt sich in uns. Und wir, die einen Mangel an Bewunderung und Wertschätzung hatten, erleben zum ersten Mal, was es bedeutet, die Nummer eins zu sein. Und das fühlt sich toll an.

Wir bekommen die ungeteilte Aufmerksamkeit und Liebe und in uns sprudelt ein Quell an Glück. Wir sind verliebt. Und außerdem haben wir uns soeben eine neue Konditionierung angeeignet:

Wir sind der Überzeugung, dass ein anderer Mensch uns glücklich machen kann. Natürlich, so haben wir es immerhin auch in den Hollywoodfilmen gesehen – hier ist die Bestätigung.

Abhängigkeit vom geliebt werden

Unsere Jugendliebe mag nicht lange gehalten haben, und vielleicht auch die nächsten ein bis zwei nicht. Aber unserer Ansicht nach, lag das nur daran, dass es nicht der oder die Richtige war. Klar, so haben wir es in den Filmen gelernt.

Wir müssen einfach nur den Partner finden, der uns in jederlei Hinsicht zufrieden stellt, dann wird das schon, sagen wir uns. Doch so einfach ist das gar nicht, wie wir feststellen. Vielleicht kann man die Person ein bisschen umerziehen, dann muss man nicht ständig nach jemand Neues suchen, ist ein anderer Gedanke, den wir hegen.

Paarstreit

Schließlich wird man älter und damit zunehmend uninteressanter haben uns die Medien und unser Umfeld (das seine Informationen übrigens auch mehrheitlich aus den Medien bezieht) gelehrt. Die können doch nicht falsch liegen.

Doch je mehr wir nörgeln und den Partner kritisieren, ihm sagen, was er oder sie falsch macht und anders machen soll, um uns glücklich zu machen, desto eher bekommt jener das Gefühl, sein Gegenüber nicht mehr zufriedenstellen zu können. Man drängt diesen Menschen in die Position, nicht gut genug zu sein!

Und, oh Wunder, wird dieser Mensch sich langsam aber sicher von uns entfernen. Und wir, von denen man sich entfernt, werden auf verschiedene Weise damit umgehen, abhängig davon, wie wir an diese Person gebunden sind (finanziell, mit Kindern, Angst vorm Alleinsein usw.).

Angst davor nicht geliebt zu werden

Wir möchten uns in diesem Beitrag auf jene Gruppe konzentrieren, die Angst davor hat, dass man ihr wegnimmt, was sie glücklich gemacht hat. Jene Menschen, die der Überzeugung sind, ihr Glück sei von dieser anderen Person abhängig.

Ich möchte diesen Menschen mit einem Beispiel das Gegenteil beweisen:

Nehmen wir an, wir sind verliebt. Wir erleben wunderschöne Momente mit dieser Person, doch natürlich kann man nicht die ganze Zeit zusammen sein, und so erleben wir Stunden ohne diesen Menschen. Es mag schwer sein, doch wir haben glücklicherweise die Macht der Gedanken und können uns die schönen Momenten in unserem Kopf noch einmal durchspielen. Und siehe da, was für ein herrliches Gefühl da in uns aufkommt. Diese wunderbare Person, dieses liebevolle Lächeln, die schönen Worte, die er oder sie uns gesagt hat. Man fühlt beim bloßen Gedanken an diesen Menschen Liebe aufkommen.
Ist das nicht interessant? Der Mensch befindet sich gar nicht hier und wir spüren die Liebe? Aufgrund irgendwelcher Bilder in unserem Kopf?

Nun wird der eine oder andere einwenden: Aber es sind Bilder von dieser Person. Also ist diese Person für das Auslösen der Glücksgefühle verantwortlich. Aber ist das wirklich so?

 

Das gute Gefühl geliebt zu werden

Was ist es denn eigentlich, was uns dieses gute Gefühl gibt? Und wer ist denn nun wirklich dafür verantwortlich.

Du hast bestimmt schon oft gehört, dass das Glück und die Liebe in uns selbst zu finden sind. Und das ist tatsächlich so.

Die Liebe, die wir empfinden, findet ja nicht außerhalb von uns statt. Egal, wer der vermeintliche Trigger ist, sie ist immerzu nur in uns selbst zu finden.

Was aber hat der Trigger (dieser andere Mensch) nun damit zu tun?

Diese Person triggert den Mechanismus, der das Gefühl von Liebe in dir aufkommen lässt. In diesem Moment, hört deine Suche auf. All deine Anstrengungen gut, besser oder wertvoll zu sein und geliebt zu werden, alles, wonach du jede Sekunde deines Lebens trachtest, verschwindet, wenn da jemand ist, der dir deine Wünsche erfüllt.

Wenn du dich wertlos fühlst und dir jemand das Gefühl gibt etwas Besonderes zu sein. Wenn du nie viel Aufmerksamkeit bekommen hast und dir jemand das Gefühl gibt, das Wichtigste zu sein. Wenn du dich nach körperlicher Nähe gesehnt hast und sie nun bekommst.

Was immer es ist, wonach du in diesem Leben gesucht hast, sobald du es bekommst, hört das Suchen auf, die Anspannung lässt nach, du fühlst dich vollkommen und ganz. Und projizierst das fälschlicherweise nach außen.

geliebt werden

 

Und wenn dir jemand wegnehmen möchte, was dich endlich glücklich gemacht hat, bekommst du Angst, du wirst eifersüchtig, kontrollierst den anderen und beraubst ihn damit seiner Freiheit.

Oder, wenn er oder sie dir nicht mehr geben kann, was dich glücklich macht (was unweigerlich passieren wird, wenn du nicht verstehst, woher die Glücksgefühle kommen), wirst du ungehalten, kritisierst, nörgelst, stellst zu hohe Erwartungen oder gar Ultimaten und treibst diesen Menschen noch weiter von dir davon.

 

Was kann ich tun, um das zu verhindern?

 

Durchschaue den Mechanismus! 

• Gestehe dir ein, dass du ein konditioniertes Wesen bist, und gehe dem Ursprung deines Verhaltens auf den Grund.

Übernehme die volle Verantwortung für deine Gefühle und Emotionen. Niemand außer dir sollte die Kontrolle darüber haben.

Praktisch könnte das so aussehen:
Dein Partner sagt oder tut etwas, das sich nicht gut für dich anfühlt. Statt sofort dein altes Programm zu fahren und ihn zu belehren, kannst du dich stattdessen fragen, was gerade in dir passiert. Ist das Eifersucht? Fühle ich mich vernachlässigt? Oder unverstanden? Wie fühlt sich das an? Vielleicht äußert sich das Gefühl als Anspannung im Bauch oder Brustbereich. Wut oder Trauer überkommen uns.

Ich kann es nicht oft genug sagen: Lerne zu beobachten!

Nur wer versteht, wie dieses komplexe Gebilde Mensch funktioniert, kann seine Emotionen und Gedanken so steuern, dass er sich gut fühlt. Ansonsten ist man ein Sklave seiner unbewusst ablaufenden Programmierung (die vorwiegend aus der Kindheit stammt!).

Nach dem Beobachten kommt das EHRLICHE Beantworten folgender Fragen: Stimmen meine Gedanken wirklich? Stimmt es, dass der Partner mir Rechenschaft über sein Tun zu geben hat? Stimmt es, dass er mich vernachlässigt? Stimmt es, dass er sich auf eine ganz bestimmte Weise zu verhalten hat, nämlich jene, die ich erwarte?

Und die nächsten wichtigen Fragen: Wieso glaube ich, dass das stimmt? Woher habe ich diese Vorstellungen? Sind das Vorstellungen meiner Eltern, meiner Großeltern, meines Umfelds, der Medien usw? Stimmen sie tatsächlich?

Je mehr wir anfangen, die Dinge zu hinterfragen, desto eher werden wir feststellen, dass es keine in Stein gemeißelten Wahrheiten gibt, sondern sie alle von uns Menschen erfunden wurden. Auch deine Glaubensvorstellung, dass ein anderer Mensch dich glücklich machen wird, ist eben genau das: eine Glaubensvorstellung. Es ist keine Wahrheit.

Was wir Liebe nennen, ist das Ende einer Suche, das Ende des Leidens und das Ende unserer Glaubensvorstellungen. Es ist das Gefühl der vollkommenen Gegenwärtigkeit, der Aufmerksamkeit und des Bewusstseins im Moment. Kein Drang, kein Zwang, keine Zukunft und keine Vergangenheit. All das ist verschwunden und zurückbleibt, was wirklich ist – der Urgrund all unseres Seins: Liebe.

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Einsam trotz Beziehung – Was ist passiert?

Einsam trotz Beziehung – Was ist passiert?

Wie glücklich man ist, wenn man endlich den Partner findet, der uns aus der Einsamkeit erlöst. Die Stunden des Tages vergehen wie im Flug und selbst der Einkauf im Supermarkt wird zu einem aufregenden Ereignis. Doch mit den Tagen und Wochen verfliegen auch Aufregung und Spannung, und plötzlich findet man sich in diesem unbehaglichen Gefühl wieder, das unser Anlass für die Suche nach dem Seelenverwandten gewesen ist. Wir fühlen uns allein, obgleich der Partner neben uns sitzt. Einsam trotz Beziehung – wie ist das möglich und was können wir tun?

Die Beziehung als Lösung

Wir sehen Partnerschaften gerne als Lösung all unserer Probleme. Vorrangig natürlich als jene gegen Einsamkeit. Und wer kennt dieses Gefühl nicht. In einer Welt voller Vorgaben und Regeln, in der man funktionieren soll wie ein Rädchen in einem Uhrwerk, und dabei oft vergisst, wer man wirklich ist, passiert es nur zu gerne, dass wir uns unverstanden fühlen, uns zurückziehen und schließlich einsam werden.

Dass wir einsam sind, führen wir auf unser Alleinsein zurück, denn wenn wir in Gesellschaft eines Menschen sind, der uns versteht und unsere Ansichten teilt, spüren wir Verbundenheit und Liebe, wir fühlen uns ganz und die Einsamkeit verschwindet.

Wir sind überzeugt: Die Liebe ist das Antidot gegen das Toxin Einsamkeit.

Und doch beobachtet manch einer von uns das Phänomen sich trotz Beziehung einsam zu fühlen. Man lebt gemeinsam wie bisher und doch will diese innere Vollkommenheit, die uns so glücklich gemacht hat, nicht wieder aufkommen. Was ist geschehen?

Einsam trotz Beziehung

Man kennt sie, diese Paare, die im Restaurant einander gegenüber sitzen und wortlos ihre Mahlzeit einnehmen. Sie bewohnen dieselbe Wohnung, doch scheinen sie zwei Fremde, die sich zu gewohnheitsmäßigen Aktivitäten wie den Abendnachrichten vor dem Fernseher einfinden und die sie stumm miteinander teilen. Man sieht sie gemeinsam in der Öffentlichkeit, doch Verbundenheit ist nicht zu erkennen.

Dabei gibt es verschiedene Konstellationen, die wir beobachten können. Jene, in der nur einer der Partner sich entfernt zu haben scheint und jene, in der beide kaum mehr Interesse aneinander zeigen. Die Einsamkeit, vor der uns die Beziehung bewahren sollte, ist zurückgekehrt. Einsam trotz Beziehung – wie ist das möglich?

Ist dieses Gefühl, das wir so fürchten, gar nicht von den äußeren Umständen abhängig? Ist es womöglich gar nicht das Alleinsein, das uns einsam macht?

Menschen in einer langjährigen Beziehung, in der sie sich von ihrem Partner entfernt haben, wissen, dass man nicht allein sein muss, um sich einsam zu fühlen. Allein und einsam ist nicht dasselbe, und bestimmt kennt ein jeder von uns eine Person, die gerne Zeit mit sich verbringt und dabei sehr glücklich ist, beziehungsweise Menschen, die ständig in Gesellschaft verweilen und sich dennoch einsam fühlen.

einsam trotz beziehung 2

Einsamkeit erzeugen wir selbst

Wer sich einsam fühlt, ist  zu einem alten Verhaltensmuster zurückgekehrt. Damals als man meinte, allein und unverstanden zu sein.

Tatsächlich sind dies Einstellungen, die aus Vorstellungen herrühren, die wir mit negativen Emotionen beladen und zu tief verwurzelten Glaubensgrundsätzen machen.

Sehen wir uns das genauer an.

Da wir als Kleinkinder von unseren Eltern abhängig sind, weil wir ohne sie nicht überleben können, beginnt die Notwendigkeit geliebt zu werden sehr früh. Weil wir unseren Platz in der Gesellschaft finden wollen, tragen wir dieses Muster oft lebenslang mit uns und versuchen, es den anderen recht zu machen (siehe auch: Mir ist nicht egal, was andere über mich denken).

Unsere Jugend ist eine prägende Zeit, da emotionsgeladene Prozesse, die wir in diesen Jahren gehäuft erleben, stark in unserem Körper abgespeichert werden. Wenn wir uns von unserem Umfeld unverstanden fühlen, wenig Zustimmung durch Freunde oder Familie haben, wenn wir meinen, nicht dazuzugehören, empfinden wir dies als Unwohlsein, ziehen uns zurück und trennen uns damit nicht nur äußerlich von unserer Umgebung.

Wir begreifen nicht, dass jeder Mensch eine einzigartige Sicht der Dinge hat und glauben, etwas sei mit uns nicht in Ordnung, wenn wir nicht ticken wie die anderen. „Keiner versteht mich“, „Wieso bin ich nicht so wie die anderen?“, „Was stimmt mit mir nicht?“ sind Fragen, die in uns keimen, sich wie Efeu durch unser System ausbreiten und uns dabei mit negativen Gefühlen ersticken.

Der Partner versteht uns

Schließlich lernen wir jemanden kennen, dem es ähnlich ergangen ist wie uns, und der unsere Persönlichkeit, unser Aussehen und jede Faser unseres Daseins faszinierend findet. Endlich fühlen wir uns verstanden. Endlich werden wir wieder geliebt. Man schätzt uns, man interessiert sich für uns und umgekehrt geht es uns ebenso mit diesem Menschen.

Wir erhalten die volle Aufmerksamkeit und erleben wie es ist, mit all unseren Sinnen bei einer anderen Person zu sein. Wir verlassen das alte Programm der Einsamkeit und genießen bewusst das Gefühl der Vollkommenheit und Verbundenheit. Wir sind verliebt.

Das Besondere am Verliebtsein ist, dass wir den Moment mit gesteigerter Aufmerksamkeit erleben. Dadurch sind wir nicht in dem Ich-Bewusstsein, das sich von seiner Umwelt getrennt hat, sondern erfahren den Augenblick und uns in einer Ganzheit. Das ist es, was uns glücklich macht.

Was wir allerdings in den meisten Fällen nicht realisieren, und so reflektieren wir im Nachhinein, dass es der Partner war, der uns dieses Glück beschert hat. Wir geben ihm damit eine Verantwortung, der er schlussendlich nicht wird standhalten können und die uns zurück in die Einsamkeit verbannen wird. Selbst wenn er uns nie verlassen sollte – so werden wir einsam trotz Beziehung.

Einsamkeit ist eine Einstellung

Nun finden wir uns seit Jahren in einer Beziehung mit demselben Menschen. Die Spannung ist einer Routine gewichen. Wenn der Partner von der Arbeit erzählt, ist unser aufmerksames Zuhören von einem inneren Monolog gestört, in dem wir noch einmal durchgehen, was wir später zu erledigen haben. Schließlich erzählt er oder sie sowieso immer dasselbe.

einsam trotz beziehung 3

Man lebt nebeneinander her. Man kennt sich, doch schätzt man sich noch? Warum kümmert man sich nicht mehr so umeinander wie am Beginn der Beziehung? Wo ist diese Liebe hin und warum ist das Gefühl der Einsamkeit zurückgekehrt?

In den Jahren der Beziehung passiert viel, was Spuren hinterlässt und es für uns schwer macht, so unbeschwert zu agieren wie am Anfang.

Einsam trotz Beziehung werden wir, weil wir uns wieder unverstanden fühlen. So wie früher in unserer Jugendzeit.

Wir haben unterschiedliche Rollen eingenommen und jeder scheint auf eigenem Posten zu kämpfen. Der andere sieht nicht, was wir tun und wir sehen nicht, was der andere leistet (Beispiel Rollenaufteilung Mutter – Hausfrau und Vater – Geldgeber). Jeder möchte für seine Leistung wertgeschätzt werden, doch keiner möchte dem anderen seine Wertschätzung geben.

Dabei war es genau das, warum wir uns anfänglich ineinander verliebt haben. Jeder hat dem anderen das gegeben, was er gebraucht hat, um sich gut zu fühlen. Hätten wir bloß erkannt, dass es nicht der andere war, der uns glücklich gemacht hat, sondern wir uns selbst zum Glück geführt haben.

Es sind nicht die äußeren Umstände, die uns glücklich oder einsam machen, sondern unsere innere Einstellung.

Wie kann ich meine Einstellung ändern?

Erst müssen wir lernen, diese Tatsache anzuerkennen, was vielen von uns sehr schwerfällt.

Ich selbst bin für mein Glück verantwortlich. Ich habe es in der Hand, mich einsam oder glücklich zu fühlen.

Aber wie?

Wenn wir etwas in unserem Leben verändern wollen, ist es vorrangig immer wichtig, die Ausgangssituation absolut ehrlich zu betrachten. In unserem Fall wäre es also sinnvoll, sich einzugestehen: „Ich bin einsam. Ich fühle mich unverstanden und von meinem Partner nicht mehr wertgeschätzt. Ich wünschte, er oder sie würde sehen, wie viel Arbeit ich mit den Kindern habe / wie sehr ich mich in der Arbeit anstrenge, um Geld für meine Familie zu verdienen. Ich fühle mich allein gelassen. Ich möchte wieder wichtig sein.“

Für Emotionen wie Trauer, Tränen oder Wut sollte Raum gemacht werden. Nimm dir Zeit für dich, ziehe dich anfangs etwas zurück und ergründe für dich selbst. Vermeide es, den anderen oder dich zu verurteilen. Entdecke und verstehe zuerst dich, denn was der andere denkt oder fühlt, kannst du niemals mit 100%iger Gewissheit erfahren. Aber dich kannst du vollkommen kennenlernen.

Und wenn du dich selbst verstanden hast, wirst du auch die anderen verstehen.

Ergründe dich im Alleinsein, aber lerne dich auch in der Dynamik mit deinem Partner kennen. Das bedeutet, dass du versuchst, dich in Auseinandersetzungen und Diskussionen zu beobachten, ohne dich in alte Verhaltensmuster hineinzusteigern. Das ist ein schwieriger Prozess, vor allem, wenn der Partner nicht auf dem gleichen Weg der Selbstfindung ist wie du. Dann werden alte Programme von ihm oder ihr abgespielt, die als Trigger fungieren, um deine Programme auszulösen.

einsam trotz beziehung 4

Doch wenn du es schaffst, diese Prozesse zu beobachten und sie schließlich zu verändern, dann besteht die Möglichkeit, dass auch dein Partner (überrascht durch deine Reaktion) versucht, sich anders zu verhalten. 

Entscheidungen treffen

Das ist die große Gabe, die wir als Menschen in diesem Leben mitbekommen haben.

Wir haben in jedem Moment die Chance, bewusst eine Entscheidung zu treffen und damit unser gesamtes Leben zu verändern.

Wir sind nicht dazu verdammt, immer wieder gleich zu reagieren. Wir können erkennen, reflektieren, entscheiden und handeln.

Wir erkennen, dass sich etwas nicht gut für uns anfühlt, denken darüber nach, was wir anders machen können, entscheiden uns für eine andere Variante und handeln danach. Das können wir solange anpassen, bis wir uns gut damit fühlen.

Und unser Gefühl sollte die Landkarte zu unserem Glück sein. Wenn sich etwas gut anfühlt, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Fühlen wir uns schlecht, sind wir vom Weg abgekommen und müssen uns neu orientieren.

Sei dir bewusst, dass du selbst für dein Glück verantwortlich bist und versuche nicht, die Verantwortung deinem Partner zu übertragen. Möchtest du dein Wohlfühlen von irgendjemand anderes abhängig machen? Ist es nicht schön zu wissen, dass du es selbst in der Hand hast, ob du dich gut oder schlecht fühlst?

Unser Glück sollte stets oberste Priorität haben, denn es erleuchtet all unser Dasein wie die Sonne das Leben, erschließt Landschaften für Kreativität und lässt Freude und Ekstase darauf gedeihen wie die farbprächtigsten Blumen auf einer Wiese. 

 

Einsamkeit gibt es hier nicht, denn die Beziehung zum Leben ist jeden Tag neu und frisch, und eure Liebe zueinander an keine Bedingung geknüpft, denn ihr wisst um eure ständige Veränderung und nichts schätzt ihr mehr aneinander als niemals derselbe zu sein.

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Über eine Trennung hinwegkommen

Über eine Trennung hinwegkommen

Wenn es aus ist mit der Beziehung, hat eines oberste Priorität: Schnell über die Trennung hinwegkommen. Dass das nicht so einfach getan wie gesagt ist, merken wir allerdings ebenso schnell. Gibt es eine Abkürzung? Tipps, die einem helfen, den Schmerz alsbald zu überwinden?

Warum tut es so weh?

Verlassen zu werden ist schmerzhaft, und dabei scheint es egal zu sein, ob es der langjährige Partner oder die dreimonatige Liebelei ist, die uns abserviert hat. Wir wurden abgelehnt und das tut weh. Schnell wollen wir über die Trennung hinwegkommen. Damit das wirklich gelingt, ist es notwendig zu verstehen, woher der Schmerz und die Kränkung kommen, denn wie bei jedem Problem, das wir haben, ist eine Ursachenbekämpfung die beste Lösung. Und in diesem Falle wirkt sich diese positiv auf all unsere kommenden Beziehungen aus!

Warum also sind wir so verletzt nach einem Beziehungsaus? Das hat vor allem damit zu tun, dass wir in unserem Ego gekränkt sind; aber was bedeutet das eigentlich?

Unser Ego entstand in der frühen Kindheit, um ein Funktionieren in unserer Gesellschaft zu erleichtern. Wir entwickeln dieses Ich-Bewusstsein, um uns zwischen der Vielzahl der Menschen behaupten zu können, und zu unterscheiden, was dein und was mein ist.

Mit der Entstehung des Ich-Bewusstseins kommt es jedoch auch zu einem anderen Phänomen, das die meisten von uns den Rest ihres Lebens begleiten wird: Die Trennung von der Gesamtheit, sprich, wir fühlen uns als ein kleines Individuum getrennt vom Rest der Welt und des Lebens.

Diese Trennung wird vom Gefühl der Unzulänglichkeit und der Wertlosigkeit begleitet, welches für die meisten Konflikte in unserem Leben und vor allem in unseren Partnerschaften verantwortlich ist.

Was genau bedeutet es, von der “Gesamtheit getrennt zu sein?” 

Das Ich-Gefühl trennt uns vom Rest der Welt

Ich möchte das an folgendem Beispiel erklären: Denken wir einen Moment an einen Baum. Wir verstehen darunter dieses Gebilde mit einem Stamm, Wurzeln, Ästen und Blättern. Aber ist es so einfach? Könnte der Baum ohne Erde und Nährstoffe existieren? Ohne Sauerstoff aus der Luft? Ohne das Sonnenlicht der Sonne? So gesehen, ist der Baum also ein Teil der Gesamtheit Erde, und in weiterer Folge des Sonnensystems, und des Universum und was da sonst noch so alles sein mag. Doch mit unserem menschlichen Gehirn empfinden wir das nicht so. Wir trennen dieses Gebilde von seiner Gesamtheit und nennen es Baum. Wir können also sagen, der Mensch hat das Konzept Baum erfunden. Mit diesen Konzepten erleichtern wir uns in vielerlei Hinsicht das Leben.

Ebenso wie beim Baum ist das mit uns. Ohne Sauerstoff, ohne Nährstoffe, ohne Sonnenlicht, den Planeten und das Universum können wir nicht existieren. Wir sind ein Teil des großen Ganzen, das sich im Hier und Jetzt abspielt. Alles passiert gleichzeitig und zwar in diesem einen einzigen Moment.

Wir allerdings sehen uns als eine getrennte Einheit, die sich in einer Welt voller getrennter Einheiten behaupten muss. Wir kämpfen gegeneinander und beuten unseren Lebensraum aus, weil wir Vorstellungen und Ideen verteidigen. Die Vorstellung zum Beispiel, dass man einen guten Job, ein Haus, einen Partner und zwei Kinder haben muss. Dass man angesehen und wohlhabend zu sein hat. Und für diese Vorstellungen, die bloße Ideen in unserem Kopf sind, machen wir uns und anderen das Leben schwer.

Und was hat das nun mit meinem Trennungsschmerz zu tun? Alles! 

Denn wegen diesem Gefühl des Getrenntseins suchst du nach jemandem, mit dem du dich sozusagen “vereinigen” kannst.

Die Suche nach Vereinigung

Die Trennung von der Gesamtheit des Lebens hat dazu geführt, dass wir uns verloren fühlen und so suchen wir nach Zugehörigkeit. Ob das eine politische Gruppierung, eine Nation oder eine eigene Familie ist, wir möchten das Gefühl haben, einer Verbindung anzugehören und nicht allein zu sein.

Und so kommt es, dass wir eines Tages jemanden kennen lernen und uns verlieben. In diesem Zustand erleben wir endlich das Gefühl der Einheit. „Das ist es! Das war es, wonach ich die ganze Zeit gesucht habe!“, sagen wir uns. Nie haben wir solche Glücksmomente empfunden. Das muss an diesem einen Menschen liegen. Man bekommt Angst, ihn zu verlieren, denn man hält ihn für die Quelle des eigenen Glücks.

Über eine Trennung hinwegkommen, wird mit diesem fest verwurzelten Glauben schwer werden!

Doch ist es wirklich der Partner, der für das Glück verantwortlich ist? Oder liegt diesen glücklichen Augenblicken ein anderer Mechanismus zugrunde? Der Partner mag der Trigger sein, aber er ist nicht der Grund für das gute Gefühl.

happy couple

Das Gefühl der Einheit empfinden wir, weil das Ego im Moment des Zusammenseins weggefallen ist.

Im Augenblick der Liebe und der völligen Aufmerksamkeit, verschwindet das Ich-Bewusstsein und man ist vollkommen empfänglich für das, was ist. Und das bedeutet Glück.

Da wir diesen Mechanismus allerdings in den meisten Fällen nicht durchschauen, glauben wir, es ist der Partner, der uns glücklich macht. In gewisser Weiser stimmt es natürlich, weil wir durch den Moment des Zusammenseins unser Ego fallen lassen konnten. Aber der Verlust des Ich ist der entscheidende Faktor. Und diesen Zustand kann man auch ohne Partner erreichen!

Ohne “Ich” über die Trennung hinwegkommen

Solange man in den Vorstellungen seines Egos fest gefangen ist, wird man versuchen, alles zu tun, um diese zu erfüllen. Und das bedeutet “meinen Partner haben, der mich glücklich macht”.

Kommt es zu einer Trennung, trifft das unser Ego hart. Wir wurden abgelehnt. Plötzlich fühlen wir uns wieder unzulänglich und nicht gut genug. Und natürlich glauben wir, dass das davon kommt, dass wir verlassen wurden und wieder allein sind. Dabei rührt das Gefühl der Einsamkeit daher, dass wir uns als ein getrenntes Wesen in einer großen, bösen Welt sehen, in der uns niemand liebt. Außer die Eltern, und hin und wieder ein Partner.

Das ist auch der Grund, warum viele Menschen von einer Partnerschaft in die nächste stürzen  Sie fühlen sich alleine nicht vollständig und brauchen stets jemanden, der ihnen das Gefühl gibt, liebenswert zu sein.

Siehe hierzu auch den Blogartikel: Eine neue Liebe gegen Liebeskummer?

Wie kann ich über eine Trennung hinwegkommen, ohne sofort einen neuen Partner zu suchen?

Lerne, den Prozess, der in dir stattfindet, zu verstehen, dann wirst du ihn schneller auflösen können.

Wenn du die Ursache eines Problems kennst, wird die Lösung einfach; eine bloße Symptombehandlung wird nie zum Kern der Sache kommen.

Über die Trennung hinwegkommen mit der Gabe des Bewusstmachens

Gehen wir also davon aus, dass es nicht lange her ist mit der Trennung. Der Schmerz und die Kränkung sitzen tief und man kann noch nicht so recht begreifen, dass es wirklich vorbei ist.

Der erste Schritt, wenn es darum geht, einen inneren Konflikt zu beseitigen, ist jener, diesen Konflikt zu erkennen und ausfindig zu machen. Hierfür hilft es, einige Mal tief durchzuatmen und zu versuchen, sich zu beobachten. Was bedeutet es, sich selbst zu beobachten?

Wenn du wütend oder traurig wirst, kannst du dich vollkommen in das Gefühl hineinsteigern, indem du dir Geschichten um diese Emotion aufbaust. Beispiel: Du siehst ein Foto von euch beiden, wirst traurig und beginnst zu weinen. In deinem Kopf fängst du an, dir Sätze zu sagen wie: „Wie konnte er/sie mir das nur antun? So etwas Gemeines. Was hab ich nur falsch gemacht, dass er/sie mich nicht will? Bin ich wirklich so furchtbar?“. Dadurch erhältst du diese negative Emotion länger aufrecht als nötig und wirst dich weitaus schlechter fühlen.

Wenn du dich nicht mit Gedanken in eine Emotion hineinsteigerst, sollte ein Tränen- oder Wutausbruch nach einigen Minuten (meistens nach einer Minute) vorbei sein.

Dein Körper reinigt sich auf diese Art und Weise von den negativen Energien, so wie er sich bei einer Lebensmittelvergiftung mittels Erbrechen von dem Toxin befreit. Atme einige Male tief ein und aus, bis dein Körper sich beruhigt. Achte dabei darauf, wie sich dein Bauch hebt und senkt.

Nun kannst du gedanklich versuchen, einen Schritt zurückzutreten. Versuche, deine Denkmuster und dein Verhalten wie ein Außenstehender zu beobachten. Was sind das für Gedanken und Gefühle? Okay, ich bin traurig. Warum? Weil ich mich ungeliebt und einsam fühle? Weil ich Angst habe, alleine zu bleiben?

Versuche zu vermeiden, den Partner verantwortlich zu machen. Statt „Weil er/sie mich verlassen hat. Weil er/sie mich nicht liebt“ antwortest du dir: „Weil ich mich ungeliebt fühle.“

Du kannst nur für DICH sprechen. Kümmere dich nicht darum, warum dich jemand verlassen hat und warum er dich nicht liebt. Selbst wenn er es dir sagen würde, könntest du nie 100%ig wissen, was wirklich in dieser Person vor sich geht. Auch wenn du das jetzt glaubst, aber niemand kann mit absoluter Sicherheit wissen, wie jemand anderes denkt und fühlt.

Du kannst nur DICH selbst vollkommen kennenlernen. Und das ist der Schlüssel zu deinem Glück!

Ein Schlüssel für alle Türen

Du wirst mit diesem Schlüssel schneller über die Trennung hinwegkommen. Denn wer sich selber kennenlernt, statt vor sich davonzulaufen, wird bald entdecken, wo die Türen ins Glück zu finden sind.

Wer Rechtfertigungen und Schuldzuweisungen benutzt, weil er sich dann einreden kann, dass er alles richtig gemacht hat, wird damit vielleicht seinen Verstand einen Moment austricksen, aber das innere Gefühl der Unzulänglichkeit wird damit nicht verschwinden. Mit diesem muss man sich auseinandersetzen, um wirklich damit abzuschließen.

Es bedarf absoluter Ehrlichkeit mit sich selbst, um sich helfen zu können. Laufe nicht vor dir davon, indem du dich in Ablenkungen jeglicher Art stürzt. Es ist gut, sich mit Dingen zu beschäftigen, die einen ablenken und Freude bereiten. Aber in sich zu kehren bedeutet, die Ruhe zu finden, die dir eine solche Stärke gibt, dass du keine Ablenkungen mehr brauchst. Über die Trennung hinwegkommen, ist dann kein Problem mehr.

über trennung hinwegkommen

Sich verstehen

Sei so aufmerksam wie du nur kannst, und versuche dich so oft als möglich zu beobachten. Wenn du dich dabei ertappst, wie du in einem Strudel aus negativen Gedanken schwimmst, bremse dich, indem du „Stopp“ sagst (siehe auch den Blogartikel: Negative Gedanken loswerden). Du wirst immer wieder in deine negativen unbewusst ablaufenden Denkmuster verfallen, aber das ist normal. Stoppe dich, sobald du es bemerkst. Egal, ob du das hunderte Male am Tag machen musst, du wirst sehen, nach einiger Zeit wirst du den negativen Gedanken Einhalt gebieten.

Auch das kann man nicht oft genug wiederholen: Die Veränderung kommt nicht über Nacht! Es braucht seine Zeit, sich neue Denk- und Verhaltensweisen anzueignen, aber wenn du wirklich schnell über deine Trennung hinwegkommen willst und ein glücklicherer Mensch werden möchtest, wirst du konsequent bleiben und dein Ziel bald erreichen.

Rückschläge sind normal und sollten dich nicht verrückt machen. Wenn du in Tränen ausbrichst, weil dich die Erinnerung traurig macht, dann ist das kein Rückschlag, sondern ein Zeichen, dass da noch mehr Unverarbeitetes in dir steckt. Geh dem auf den Grund.

Nichts, was dich betrifft, sollte dir verborgen bleiben. Nur so kannst du dir wirklich helfen.

Wenn du die negativen Gedanken erkennst, die dich traurig gemacht haben, untersuche sie. Stimmen sie wirklich? „Niemand wird mich jemals wieder so lieben.“ Ist das wahr? Woher willst du das wissen? Betrachte die negativen Aussagen in dir so ehrlich wie möglich. Wenn du sie absolut ehrlich betrachtest, musst du feststellen, dass du nichts mit 100%iger Sicherheit wissen kannst.

Wenn das so ist, dann kannst du dich von diesen Vorstellungen eigentlich auch verabschieden. Denn gut haben sie dir nicht getan.

Wie verabschiede ich mich von alten Vorstellungen?

Du hinterfragst sie jedes Mal, wenn sie aufkommen und je öfter du feststellst, dass sie eigentlich nicht absolut wahr sind, desto weniger ernst nimmst du sie (das wird ganz automatisch passieren).

Wenn sie keine Beachtung mehr von dir bekommen, werden sie irgendwann von selbst verschwinden.

Über eine Trennung hinwegkommen, bedarf Zeit, viel Aufmerksamkeit und Verständnis für sich selbst. In diesem Artikel möchte ich nur die ersten Schritte aufzeigen, die dir dabei helfen, ein Beziehungsaus zu überwinden und überdies eine Liebe für sich und die Welt zu entwickeln, die nicht von dem Wohlwollen der Außenwelt abhängt.

Wenn man diesen Entwicklungsprozess, den man während einer Trennung durchmacht, dazu nutzt, sich selbst von Grund auf kennenzulernen, kann man das Gefühl der Unzulänglichkeit in sich ausmachen und schließlich ablegen.

Dann entdeckt man die bedingungslose Liebe in sich und in der Welt. Denn die Wahrheit ist, dass wir ein gemeinsames großes Ganzes sind.

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Allein und einsam muss nicht dasselbe sein

Allein und einsam muss nicht dasselbe sein

„Ich bin allein“, sagen viele Menschen und meinen damit „Ich bin einsam“. Dabei ist Alleinsein nicht gleichbedeutend mit Einsamkeit.

Was des einen Leid, ist des anderen Freud

Sehr viele Menschen verbinden den Zustand des Alleinseins mit einem Gefühl der Einsamkeit. Wenn sie allein sind, werden sie traurig, nostalgisch und denken dabei daran, wie viel mehr Spaß sie hatten, wenn sie in Gesellschaft waren. 

Vor allem nach einer Trennung oder wenn man einen geliebten Menschen verloren hat, stellt sich das Gefühl der Einsamkeit ein und äußert sich als Trauer oder Depression.

Warum gibt es Leute, die sich scheinbar nie einsam fühlen, obgleich sie alleine leben und nicht ständig in Gesellschaft anderer sind? Und warum ist es so, dass man sich alleine und einsam fühlen kann, obwohl man Menschen um sich hat?

Allein unter Leuten

Kennst du das Gefühl von deinem Arbeitsplatz, deiner Schule oder Universität, oder vielleicht sogar, wenn du mit Freunden und Bekannten zusammen bist? Du bist unter Menschen und fühlst dich dennoch allein. 

Ein Aussätziger, ein Alien unter einer Spezies, die irgendwie aussieht wie du, aber an einer DNA Stelle eine andere Sequenz besitzen muss, die einen grundlegenden Unterschied hervorbringt. Du hörst, dass ihr dieselbe Sprache sprecht, aber wovon zum Geier reden diese Gestalten? Oder bist womöglich du derjenige, mit dem etwas nicht stimmt?

Ein jeder von uns musste sich wahrscheinlich zumindest einmal mit diesem Unwohlsein plagen. Diejenigen, die es besonders oft erleben, ziehen sich nicht selten zurück und zweifeln bald an der Berechtigung ihres Daseins. Hier muss etwas schief gegangen sein; die Natur hat einen Fehler mit mir gemacht.

frau allein am tisch

 

Gott würfelt nicht

Wusste bereits Einstein, und so ist der Natur bestimmt kein Fehler mit dir unterlaufen. Deine Erfahrungen als Außenseiter führen dich schließlich zu den Fragen, die das Leben ausmachen: Was ist das alles? Was tue ich hier? Warum dieses Leben?

Einstein und Gott könnten dir diese Fragen vielleicht beantworten, aber solange du keine göttliche Offenbarung hast, wirst du dem ganzen selbst auf den Grund gehen müssen. Aber du wirst feststellen, dass jede Antwort, die dir das menschliche Gehirn gibt, keine befriedigende ist. Jede Antwort nach dem Sinn des Lebens wird bloß ein Konzept des menschlichen Verstandes bleiben, der nur eingeschränkt Zugriff auf die Realität hat.

Diese Fragen bergen jedoch etwas außerordentlich Wichtiges in sich: Du nimmst nicht mehr einfach an, was dir vorgesetzt wird, sondern beginnst zu hinterfragen. Solange du konform mit allem gehst, tust und sagst du nur, was man dir vorgegeben hat.

Wenn aber ein innerer Konflikt in dir entsteht, weil du nicht so empfindest, wie die anderen, beginnst du nachzudenken, warum das so ist. Eine echte Chance sich selbst und die Realität kennenzulernen.

Zwei Beispiele hierzu: Du sitzt zwischen deinen Kollegen und sie sprechen aufgeregt und wichtigtuerisch über das neue Projekt und du fragst dich: „Wieso nehmen die das so ernst? Als ginge es um Leben und Tod“. Oder du sitzt mit Bekannten zusammen und es wird über Autos und Urlaube, Kinderwägen oder Schulen gesprochen. Dabei vergleichen sich alle miteinander und jeder will der Beste und Klügste sein. Man sieht sich dieses Schauspiel an und fragt sich: „Ist es das, worum es geht? Muss ich im ewigen Konkurrenzkampf mit der Welt liegen? Warum darf ich nicht einfach so sein, wie ich bin?” (siehe auch den Blogpost: Wer bin ich wirklich?).

Man kommt mit diesem seltsamen Gefühl nach Hause, ein Außenseiter zu sein, versucht vielleicht sogar noch, sich über die Interessen der andere zu informieren, doch es findet sich keine Leidenschaft und keine Begeisterung dafür.

Nicht selten zieht man sich zurück oder kapselt sich mit seinem Partner ab – denn der versteht einen wenigstens. Doch wenn man von jenem verlassen wird, dann stürzt man in ein tiefes Loch der Einsamkeit. Nun hat man niemanden mehr, man ist ganz allein. Oder?

 

einsam am Fenster

Ablenkungen und Passionen

Es gibt viele Möglichkeiten, mit dem Alleinsein umzugehen. Die einen stürzen sich in Arbeit, die anderen fokussieren sich auf ihre Gesundheit und Sport, und manche entschließen sich, dann doch die Aliens aus dem Büro oder der Arbeit zu treffen. Wobei die letzte Variante wieder unweigerlich dazu beiträgt, sich noch einsamer zu fühlen, denn diese andere Sequenz im DNA-Code lässt sich nicht leugnen und es will keine Herzlichkeit und Intimität zwischen euch entstehen.

Diese Ablenkungen sind allerdings von begrenzter Dauer und lösen das Problems der Einsamkeit eben nur temporär. Die Frage, die man sich stellen sollte, ist: „Warum ertrage ich es nicht, allein zu sein? Warum bin ich mir selbst nicht genug?“.

Wir wissen, dass es Menschen gibt, die sich wunderbar mit sich selbst beschäftigen können. Man denke nur an all die Künstler, die in ihrer Arbeit für Stunden aufgehen und sich eher gestört fühlen würden, wenn jemand bei ihnen wäre. An den Buddhisten, der für Stunden allein in Meditation sitzt. Und auch an uns selbst, die vielleicht keine Musiker, Maler, Tänzer oder Zen-Anhänger sind, können wir dieses Phänomen beobachten.

Wir kennen genug Tätigkeiten, die uns absorbieren und die wir alleine machen, unter anderem Sport, Kochen, Putzen, Lesen, Onlineshopping, Serien schauen usw.

Das Geheimnis liegt mal wieder nicht in den äußeren Tätigkeiten, sondern in unserem Inneren. Warum manche Beschäftigungen uns besser ablenken als andere, liegt daran, dass manche unsere volle Aufmerksamkeit fordern und andere nicht.

Wenn wir vollkommen bei der Sache sind, haben wir keine Zeit, über etwas anderes nachzudenken. Also hier wieder mal der Übeltäter: Negative Gedanken oder zu viel Gedanken machen.

Denken ist nicht gleich denken

Wir brauchen unser Denken, um in dieser Welt überleben zu können, kein Zweifel. Was wir nicht brauchen, ist ständiges Grübeln über Gewesenes oder dauernde in die Zukunft projizierende Gedanken.

Das eine ist mit Schuldzuweisungen (an sich selbst oder andere) und das andere mit Angst verbunden. Dann ist es kein Wunder, dass man sich schlecht fühlt, wenn man alleine mit sich ist!

Du willst in einem Monat zu einer Veranstaltung in eine andere Stadt fahren? Danke, liebes Gehirn, dass du mir hilfst ein Ticket für die Bahn und eine Unterkunft zu buchen! Du sitzt gerade auf dem Balkon mit deinem Kaffee und versuchst ein Buch zu lesen? Aber dein Verstand erzählt dir die ganze Zeit, was du noch zu erledigen hast, wie unmöglich sich dein Chef heute verhalten hat und dass du es nie zu etwas bringen wirst. Danke, liebes Gehirn, aber so wie es aussieht, werden deine Dienste gerade nicht benötigt. Ich will mich nämlich entspannen und lesen (siehe hierzu auch: Negative Gedanken loswerden).

Das ist nicht notwendiges Denken, das dich frustriert und depressiv macht. Kein Wunder, dass du nicht alleine sein willst, wenn du so mit dir sprichst. Da hat ein Partner natürlich gutgetan, denn der hat einem vom eigenen Denken abgelenkt und (hoffentlich) meistens auch nette Dinge gesagt.

Das ist die eine Seite, warum wir nicht allein sein wollen, aber natürlich gibt es da noch etwas Anderes: Gewohnheit und Angst.

 

alleinsein in der natur

Die Courage besitzen, vollkommen allein zu sein

Vor allem Frauen können sich kaum vorstellen, alleine ins Restaurant oder Kaffeehaus zu gehen; verbindet man damit doch Unternehmungen, die man nur mit dem Partner tätigt. Wie sähe das denn aus, wenn man da alleine hingehen würde? Was macht man nur, wenn man mit niemandem sprechen kann?

Neben Restaurantbesuchen, sind es vor allem Urlaube, Städtereisen und Sonntagsausflüge die in die Kategorie “Kann ich nicht alleine machen” fallen. Und während sich das bei diesen Betätigungen auch noch eher nachvollziehen lässt (wird einer einzelnen Person im Restaurant ungern ein Tisch für zwei gegeben oder kommt das Hotelzimmer alleine teurer als zu zweit), so gibt es Beschäftigungen, die sich alleine genau so gut (wenn nicht sogar besser) unternehmen lassen.

Shoppen gehen, der Kinobesuch (man glotzt doch sowieso auf eine Leinwand und spricht mit niemandem!), die Yoga-Klasse, das Museum und Spaziergänge in der Natur zum Beispiel. Aber selbst hierbei finden sich Menschen, die sich nicht vorstellen können, diese Unternehmungen alleine zu erleben. Warum?

Das hat tatsächlich wieder mit dem Denken zu tun, denn es ist eine Einstellungssache. Wenn man sich daran gewöhnt hat, all das mit seinem Partner zu erleben, dann wird sich das Denken und daraufhin der Körper erst einmal sträuben, wenn man alleine ausgeht. Man fühlt sich unwohl, schämt sich und hat Angst.

„Wie sieht denn das aus?“, „Das ist doch peinlich“, „Alle werden denken, ich hab niemanden. Oh nein, ich hab niemanden!“. Solche Gedanken können nur negative Gefühle und Emotionen auslösen. Also, was tun?

Alleinsein – was für ein Luxus

Schnell einen neuen Partner finden, um nicht mehr allein zu sein, mag für manche vielleicht eine Lösung sein. Aber wer dieses Spiel oft durchgespielt hat, wird erkennen, dass es keine dauerhafte, befriedigende Lösung ist.

Die bessere Variante ist, seine Einstellung zu überdenken und sich mutig ins Unbekannte zu wagen. Das mag am Anfang schwer und ungewohnt sein, aber schnell wird man die Vorzüge des Alleinseins kennenlernen.

Da gibt es plötzlich keine Kompromisse, die man eingehen muss. Du alleine entscheidest! Du entscheidest, wann du wohin möchtest. Niemand, der dich drängt, niemand der dir Vorschläge macht, auf die du keine Lust hast. Niemand, auf dessen Launen du Rücksicht nehmen musst.

Du kannst machen, was du willst und wann du es willst! Was für ein Luxus!

Du lernst dich selbst von einer neuen Seite kennen. Du findest heraus, was dir wirklich Spaß macht. Du gewinnst neues Selbstvertrauen und wächst über dich hinaus.

 

Sollen die Aliens doch machen, was sie wollen. Du bist jetzt auf deinem eigenen Planeten und da hast du verdammt viel zu entdecken. Fragst du wirklich noch “warum dieses Leben”? Lebe es doch einfach, statt zu fragen.

Lebe es vollkommen und es wird unwichtig, wohin die Würfel fallen.

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Eine neue Liebe gegen Liebeskummer?

Eine neue Liebe gegen Liebeskummer?

Nach einer Trennung neigen viele Menschen dazu, sich sofort in ein neues Abenteuer zu stürzen, um die alte Liebe zu vergessen. Doch hilft eine neue Liebe wirklich über den Trennungsschmerz hinwegzukommen?

Neue Liebe, neues Glück

Das Herz ist gebrochen, bittere Tränen werden vergossen und der Liebeskummer frisst uns innerlich auf. Das Ego ist gekränkt und verärgert, und um sich nicht mit seinen Gedanken auseinandersetzen zu müssen, sucht man nach allen möglichen Ablenkungen. Die Taschentücher werden gegen Schokolade eingetauscht, man sieht sich Filme an, bis einem die Augen weh tun, Kästen werden ausgeräumt und sortiert, doch abgelenkt ist man nur für kurze Dauer.

Eine neue Liebe soll über die alte hinwegtrösten, haben wir gehört oder vielleicht sogar selbst erlebt. Aber ist das wirklich wahr und wenn ja, warum ist das so?

Ob eine neue Liebe die Lösung für Trennungsschmerz ist, hängt unter anderem davon ab, wie lange es mit der alten Liebe her ist.

Denn natürlich möchte man die schmerzliche Trennung möglichst bald hinter sich lassen; und weil es vielen mit dem Abschließen nicht schnell genug geht, glauben sie, eine neue Liebe würde den Liebeskummer alsbald vertreiben.

Das mag stimmen, um den Kummer kurzweilig zu übertünchen. Doch wer sich nach einer Trennung sofort auf alle Datingplattformen und jede Party stürzt, könnte sein blaues Wunder erleben.

Wann ist es noch zu früh für die neue Liebe?

Wenn Kleidung oder Kosmetika vom Ex-Partner nicht weggeräumt oder zurückgegeben wurden, wenn man Plätze aufsucht, die man gemeinsam besucht hat, wenn man alte Nachrichten liest und Fotos ansieht; dann ist es eindeutig zu früh.

In dieser Phase versucht man meistens, den Partner zurückzugewinnen, und ist gar nicht wirklich auf der Suche nach einer neuen Liebe. Vielmehr sucht man nach einer Möglichkeit, den Schmerz der Trennung wenigstens für kurz zu vergessen.

Dating in dieser Trennungsphase wird einzig dafür genutzt, um das gekränkte Ego aufzubauen, was oft nach hinten losgehen kann. Das Selbstwertgefühl ist im Keller und dementsprechend fehlt es einem an Witz und Charme. Das Gegenüber zeigt daraufhin wenig Interesse und beendet den Abend schnell, was uns in dieser verletzlichen Phase einen weiteren Schlag versetzt.

Außerdem stellt sich die Frage, ob man selbst gerne nur eine Ablenkung für ein geschundenes Herz wäre. Wer möchte, dass sein Ego gestreichelt wird, aber andere nur als Mittel zum Zweck sieht, sollte sich auch hier nicht wundern, wenn der ganze Spaß in die Hose geht. Karma oder so.

Selbst wenn man das Beziehungsaus akzeptiert hat, ist es meistens noch ein wenig zu früh, um sich einer neuen Liebe zuzuwenden, denn abgeschlossen haben wir mit der ganzen Sache noch nicht.

Das Problem dabei: Was nicht verarbeitet wurde, schleppt man nur zu gerne in eine neue Beziehung mit, und der oder die Zukünftige wird mit dem Ex verglichen, statt als individuelle Person gesehen zu werden.

Keine guten Karten für eine neue Liebe. Meistens ist der Spaß genau so schnell wieder vorbei, wie er gekommen ist, denn die alten Beziehungsmuster führen zum wohlbekannten, schmerzlichen Ergebnis.

Frühere Beziehung und verbliebene Muster

Sehen wir uns das Szenario genauer an: Jeder von uns nimmt über die Jahre in einer Beziehung eine Rolle ein. Man spricht davon, dass „Partner sich aufeinander eingespielt haben“. Das Schauspiel wird nicht selten zum ganz persönlichen Drama, in dem das Pärchen gelernt hat, nicht nur auf die Eigenschaften, sondern auch auf die Neurosen des anderen einzugehen und zu reagieren, um die Beziehung nicht zu gefährden.

Kommt es dann zur Trennung, so nehmen die Personen nicht selten diese reaktiven Verhaltensmuster in die neue Beziehung mit und drängeln den Partner (unbewusst) in die Rolle des Ex. Wie oben erwähnt, vergrault man damit eine neue Liebe ganz schnell.

Denn wer möchte schon gerne mit dem Ex-Partner verglichen werden? Jeder Mensch wünscht sich, etwas Besonderes zu sein und das ist man als Individuum auch. In einer intimen Partnerschaft hat man die Möglichkeit, diese Besonderheiten am anderen kennenzulernen. Eine Chance, die man nutzen sollte, denn dadurch bekommt man Einblicke in die Welt aus der Sicht eines anderen Menschen, wie man sie selbst unter engen Freunden oder Familie nicht erhält.

Doch wer noch mit seinen Altlasten im Kopf eine neue Liebe sucht, wird diese Aufmerksamkeit für das Besondere eher nicht besitzen. Vielleicht fiel die Wahl auf die erstbeste Person, die dem oder der Ex geähnelt hat.

Nach einer Trennung ist man oft so hypersensibel, dass man schnell argwöhnisch und missmutig wird, wenn die neue Liebe sich nicht zu tausend Prozent auf einen fokussiert. Das gekränkte Ego will Streicheleinheiten und dadurch bedrängt es den neuen Partner oder klammert zu sehr. Eigenschaften, die man nicht sehr sexy findet und die jemanden schnell in die Flucht schlagen können.

verliebt neue Liebe

Aber hilft die neue Liebe nun gegen den Liebeskummer?

Wie immer kann man solche Fragen nicht pauschal beantworten. Niemand möchte bestreiten, dass funktionierende Partnerschaften aus One-Night-Stands oder Rebounds entstanden sind. Und dass das Ego schneller getröstet wird, ist auch einleuchtend. Ob die neue Beziehung bessere Chancen hat als die letzte, ist allerdings zweifelhaft.

Wenn man die Trennung nicht verarbeitet hat, sprich, sich nicht mit seiner Gefühlswelt auseinandergesetzt und sein eigenes Verhalten verstanden hat, kann man eigentlich nicht viel Neues in eine neue Beziehung mitbringen. Was hat man über sich gelernt? Und wenn man sich selbst nicht kennt, wie kann man wissen, was man sich wünscht? Was will ich eigentlich?

Eine Trennung gibt einem eine echte Chance, das herauszufinden (siehe hierzu auch den Blogartikel: “Trennung – Eine Chance zur Selbstfindung“). Denn keine Beziehung wird dir jemals das Glück geben, das du suchst. Nur du selbst kannst das.

Und wenn du das tatsächlich verstanden hast, wirst du deine Beziehungen auf ein neues Level heben. Denn dann brauchst du niemanden, der dein Ego stärkt und dir Selbstwertgefühl vermittelt. Du bist nicht abhängig von der Liebe eines anderen und Eigenschaften wie Eifersucht und Kontrollzwang fallen weg. Du bist mit jemandem zusammen, weil du wirklich Zeit mit dieser Person verbringen möchtest und ihr gemeinsam Spaß habt. Nicht, weil du dich gerade schlecht fühlst und jemand anderes dich wieder glücklich machen soll.

Du bist ja schon glücklich! Und wer das Glück in sich selbst gefunden hat, der zieht es plötzlich auch von außen an. Denn das schöne am Glück ist, dass es jeder erkennt und jeder liebt, und dass es niemals weniger sondern immer mehr wird, wenn man es teilt.

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