Ängste überwinden – Wissen ist Macht.

Jun 19, 2019

Wir haben es oft in diesem Leben gehört: Wissen ist Macht. Dass dies nicht nur für eine erfolgreiche Karriere gilt, sondern auch für einen gesunden Gemütszustand ist nicht jedem bewusst. Ängste überwinden mit Wissen? Notizblock und Stift geschnappt und auf geht’s zur Unterrichtsstunde.

Auf der Suche nach der Ursache

Angstzustände, Depressionen, innere Unruhe – es war nie ein Vergnügen, diese unliebsamen Gäste zu empfangen. Sie kommen ohne Einladung und verweilen so lange es ihnen passt. Es sei denn, wir haben unsere Freunde Valium, Vodka oder Weed dabei, die uns helfen, die ungebetenen Eindringlinge für kurze Zeit loszuwerden. Oder sind wir etwa nicht ganz unschuldig daran, dass sie auftauchen?

Tatsächlich ist das, was wir mit Medikamenten oder Suchtmitteln behandeln wollen, ein Symptom und damit gehen wir der Ursache nicht auf der Grund. Es ist wie das Aspirin bei einer bakteriellen oder viralen Infektion, das zwar das Fieber senkt, aber den Keim des Problems nicht beseitigt.

Um Ängste zu überwinden müssen wir einen Blick auf den Entstehungsort werfen und dieser ist nicht ganz einfach auszumachen. Es handelt sich nämlich um den Verstand, dieses mysteriöse Etwas, das man mit dem menschliche Auge nicht sehen kann. Und doch ist er für die sichtbare Erscheinung unseres Körpers verantwortlich.

Bewusstsein und Unterbewusstsein

Denn unsere Gedanken aktivieren Gehirnzellen, und eine Signalkaskade wird in Gang gesetzt, die zu körperlichen Reaktionen führt. Das bedeutet, unsere Ideen und Gedanken zeigen Auswirkungen auf unseren Körper.

Unsere Gedanken können wir selbst aussuchen. Niemand zwingt uns dazu, etwas zu denken, was wir nicht denken wollen. Und das ist der Schlüssel, um Ängste zu überwinden.

Da niemand den Verstand sehen kann, fällt es uns manchmal etwas schwer, sich den Mechanismus bildlich vorzustellen (und unser Verstand arbeitet gerne mit Bildern). Beschreiben wir es anhand der Einteilung von Bewusstsein, Unterbewusstsein und Körper.

Unser Bewusstsein ist jener Bereich, der das, was er aus der Umwelt aufnimmt, ablehnen oder annehmen kann. Ob das Dinge sind, die jemand gesagt hat, die wir im Fernsehen gesehen haben oder eben unsere Gedanken selbst: Wir haben die Möglichkeit, sie zuzulassen oder nicht anzunehmen.

Unser Unterbewusstsein ist dazu nicht in der Lage. Was man ihm oft und lange genug zuführt, wird darin abgespeichert, es kann keine Unterscheidung treffen, ob etwas gut oder schlecht für uns ist. Es ist für unser reaktives Verhalten und unsere Emotionen verantwortlich.

Ängste entstehen durch Ignoranz

Sehen wir uns an, was in unserem Verstand passiert ist, wenn wir mit Angstzuständen konfrontiert werden.

Ein äußerer Umstand ereignet sich und er kann in unserem Bewusstsein auf zweierlei Art behandelt werden: positiv oder negativ.

Wir beschäftigen uns zuerst mit der negativen Reaktion.

Der äußere Umstand wird von uns als unangenehm empfunden, weil wir uns etwas anderes gewünscht haben. Wir machen uns Sorgen und beginnen zu zweifeln. „Bin ich gut genug?“ „Hätte ich das besser machen können?“

Wird dieser Gedanke in Form von Sorgen und Zweifeln oft genug an unser Unterbewusstsein weitergegeben, so wird dieses sich in Form von Angst ausdrücken, was wiederum eine Auswirkung auf unseren Körper hat, der mit Unruhe reagiert. Unterdrücken wir diese Unruhe, wird sie sich zu einer Depression weiterentwickeln und uns krank machen. Wir können das einen Verfall nennen.

Der Auslöser dieses Mechanismus ist Ignoranz oder auch Unwissenheit. Denn wer den Mechanismus versteht, kann ihm entgegenwirken statt mit Medikamenten am Symptom herumzudoktern.

Wissen führt zu Wohlbefinden

Bevor wir auf das „Wie“ kommen, sehen wir uns erst an, was passiert, wenn wir den Mechanismus verstanden haben und für uns nutzen.

Derselbe äußere Umstand tritt ein, wir bekommen nicht, was wir wollen, doch dieses Mal reagieren wir anders. Statt an uns zu zweifeln oder sich Sorgen zu machen, sagen wir uns etwas Positives wie: „Es ist okay, ich habe getan, was ich konnte, beim nächsten Mal klappt es.“ Wir wiederholen diesen Prozess immer und immer wieder, bis unser Unterbewusstsein mit Glauben statt Angst reagiert. Hier ist natürlich kein Aberglaube gemeint, sondern der Glaube an uns selbst und unser Können.

Dieser Glaube wiederum wird sich in Wohlbefinden äußern, welches wir nicht unterdrücken, sondern in Form von Ruhe und Ausgeglichenheit ausdrücken. Und das ist die richtige Stimmung, um kreativ zu sein.

Daher ist Glaube, der auf Wissen und Verständnis beruht, ein Weg zur Freiheit. Wir können uns auf diese Weise selbst von unseren Ängsten und Unsicherheiten befreien.

Ängste überwinden

Der erste Schritt ist also, ein wirkliches Verständnis dafür aufzubauen, wie diese Prozesse in uns ablaufen. Dadurch entwickelt sich der Glaube in uns, dass es machbar ist, unsere Ängste zu überwinden, und wir werden nicht so schnell aufgeben, wenn wir Rückschläge erleiden.

Denn das intellektuelle Verständnis reicht natürlich noch nicht, um die tief verwurzelten Glaubensgrundsätze in unserem Unterbewusstsein zu ändern.

Dazu muss man durch kontinuierliches Reprogrammieren die alten Programme im Unterbewusstsein ändern und das bedarf Geduld und Disziplin.

Auf das Studieren und Wissen aneignen folgt also das Erlernen von mehr Achtsamkeit und Bewusstheit, um unsere eigenen Prozesse zu erkennen und loslassen zu können (eine Anleitung dafür findest du im Artikel: Achtsamkeit und Bewusstsein – Erste Schritte).

Polarität

Wenn wir verstehen, dass der Mensch alles im Leben in Polaritäten einteilt (Tag/Nacht, gut/schlecht, groß/klein usw.), dann leuchtet uns ein, dass wir einem äußeren Umstand sowohl Positives als auch Negatives abgewinnen können.

Der Umstand ist für sich genommen weder gut noch schlecht. Diese Eigenschaft schreiben wir ihm aufgrund unserer persönlichen Erfahrungen und Einstellungen zu.

Nachdem es also unsere Interpretation ist, können wir diese auch umkehren. Statt die Situation als negativ zu deklarieren, könnten wir versuchen, etwas Positives darin zu finden. „Vielleicht habe ich das Jobangebot nicht bekommen, weil etwas auf mich wartet, das mir mehr Freude machen wird.“ Fühlt sich doch besser an, als „Nie will etwas klappen. Ich bin ein Versager.“

Zweifel und Sorgen, die zu Angstzuständen führen, sind in den meisten Fällen unbegründet. Auch wenn eine Situation ausweglos erscheint, so gibt es fast immer mehr Lösungen, als man denkt. Wer lernt, die Ruhe zu bewahren, wird mit seinem kühlen Kopf eher eine finden, als in seinen selbst ausgemalten Horrorseznarien.

Also, ran an die Bücher, Wissen aneignen und an sich selbst erproben, denn kann es ein Fach geben, das wichtiger wäre, als die Lehre über sich selbst? Wer sich selbst versteht, kann Einfluss auf alle Bereiche in seinem Leben nehmen und das erreichen, was er sonst versucht hat, über die Außenwelt zu bekommen. Begeisterung, Freude, Glück. In diesem Sinne, danke ich für eure Aufmerksamkeit. Der Unterricht ist beendet.

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